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Geschrieben von Ann Kathrin Kleist
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Mittwoch, 6. Februar 2008 |
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Boris Becker schreibt einen Erziehungsratgeber. Die Tatsache wäre komisch, wenn es nicht komplett ernst gemeint wäre.
Zeit genug hat er ja, denn seine zwei Jungs weilen bei ihrer Mama in Florida und das Besenkammerkind startet im zarten Alter von sieben in London eine Laufstegkarriere.
Doch Bumm- Bumm- Boris ist immerhin Profi genug, die Fragen zur Erziehung nicht selber zu beantworten. Dafür hat er sich Experten gesucht. Einen Familienforscher, einen Medienpädagogen, einen Sportmediziner und einen Sportwissenschaftler. Damit wären Boris wichtigste Erziehungsbereiche auch schon abgedeckt.
Das Buch bietet außerdem eine Fülle biographischer Informationen über die Patchworkfamilie Becker, die man eigentlich nie wissen wollte und wirkt wie ein Brief vom schlechten Gewissen des Boris Becker für Boris Becker. Weltbewegende Neuigkeiten sucht man vergebens und für durchschnittliche Eltern wirken einzelne Kapitel wie reine Provokation.
Die Ratschläge zur Kindererziehung, kann man in drei Dingen zusammenfassen, die Kinder brauchen: Liebe, Bewegung und Aufmerksamkeit!!!
Außer diesen atemberaubend revolutionären Erkenntnissen, erklärt Becker auch noch, dass gesundes Essen besser ist als Fastfood. Wow.
Interessiert hätte einzig der Punkt, wie Becker seiner Tochter Anna am besten erklärt, warum „Samenraub“ Unwort des Jahres wurde. Dazu bemerkt er nur wortgewandt und einfühlsam: „Mit Barbara war ich sieben Jahre verheiratet, mit Angela nur kurz zusammen.“ Da hat Anna aber Glück, dass Papa so gut erklären kann.
Ansonsten stolpert man auch über so lebensverändernde Weisheiten wie
“Das wichtigste Fundament ist die Familie” und “Glück hat mit Geld wenig zu tun”.
Aber vielleicht lohnt alle Häme nicht, denn ein mehrfach getrennt lebender Multimillionär für den Erziehung ein Zickzackwettsprung zwischen Malibu und London bedeutet, hat während des Besuchswochenendes, wahrscheinlich einfach andere Probleme als ein Durchschnittspapa.
Ann Kathrin Kleist
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 15. Februar 2008 )
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