|
Geschrieben von Administrator
|
|
Samstag, 22. September 2007 |
|
Das gibt es : Eine Autostunde von Berlin entfernt - Shakespeares "Was ihr wollt" ohne Orgasmus, Obszönitäten, Dreck, Blut und Sperma. ohne liederliche Neusprache - ein richtig ordentliches Schauspiel, frisch amüsant, unterhaltsam und keineswegs hausbacken. Im Anhaltesches Theater Dessau, einer der größten Bühnen Deutschlands, auf der Generraintendant Johannes Felsenstein immer noch große Wagner-Opern bemerkenswert inszeniert, wird solide, mit Rücksicht auf Autor und Text gearbeitet und sind die Schauspieler nicht der Willkür spinnerter Experimentierer ausgesetzt. Hier gibt es frischen Shakespeare für ein "normales" und auch für ein junges Publikum, bewusst drapiert mit ein paar rockigen Musikeinlagen und Songs. Das allenfalls mag etwas abgenutzt erscheinen. Carl Hermann Risse führt das Ensemble geschwind und witzig über eine rote Bühne mit Lochrasterwänden, die abwechslungsreise Lichteffekte ermöglichen und einer Drehtür, die auch thronenden Platz für Monologe bietet. Die Berliner Bühnen - unf Kostümbildnerin Anna Cumin erweitert die Spielmöglichkeiten durch eine Rutschstange, wie in Feuerwehrwachen und durch Treppenstufen, die wie in einen Orchestergraben herab und von dort aus wieder zum Publikum nach oben führen. Das gibt viel Spielraum für Darsteller, die historisch und dabei durch zeitnah gekleidet sind. Ein durchweg gutes Ensemble mit interessanten, vielversprechenden Neuverpflichtungen. Ein lohnender Theaterausflug nicht nur für Besucher aus Halle oder Leipzig sondern auch aus der "Hauptstadt".
|
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 24. September 2007 )
|