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Geschrieben von Administrator   
Montag, 27. August 2007

Paul Austers "Reisen im Skriptorium" ist ein glänzend fesseldes deprimierender Roman. Die Geschichte eines alten Mannes, der in einem weißen Zimmer mit ein paar Fotos und Berichten allein ist. Befindet er sich in einem Gefängnis, in einem Sanatorium, in einem Heim ? Der Leser erfährt es nicht, so wie vieles geheimnisvoll bleibt und auch nicht geklärt werden muss. Der Alte bekommt von Schwestern, die ihm aus seinem früheren Leben vertraut sind, Essen gereicht, besabbert sich, wird gefüttert und mit farbigen Tabletten vollgestopft, die mit zu einem Experiment gehören. Manchmal erhält er Besuch von Männern, die alle mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Indes er kann sich nicht erinnern, sucht nach Spuren in seiner Vergangenheit, findet sie nicht, zusammenhanglose Fäden. Soviel scheint ihm sicher, er hat große Schuld auf sich geladen, hat das Unglück vieler Menschen verursacht, hat als ihr Chef die ganze Welt bereist. Nun sind da nur noch die Verwirrungen in seinem Kopf, kleine Ablenkungen und Demütigungen, bedingt durch seine Hilflosigkeit. Ob er demnächst umgebracht werden wird ? Möglich, gibt es doch offensichtlich manche, die ihm ein schnelles oder ein grausames Ende wünschen.

Paul Auster : Reisen im Skriptorium    Rowohlt - Verlag

 

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 27. August 2007 )
 
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