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Cosima Wagner :Herrin des Hügels PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Mittwoch, 8. August 2007

Ein faszinierendes Buch über  Wagner in Bayreuth und seine Frau Cosima, als Regisseurin und einen Kult, der sich bis heute erhalten hat. Sie war über Jahrzehnte nach dem Tod des Komponisten die uneingeschränkte Herrin des Hügels, eine verbissene Kämpferin und Ränkeschmiedin, die mit Respekt und Abscheu zugleich nach dem Meister die Meisterin genannt wurde. Der Autor Oliver Hilmes - ein Deutscher übrigens aus dem Westfälischen - hat eine Biografie geschaffen, die zugleich ein Zeitdokument ist und uns mit einem Clan vertraut macht, der Stoff für einen Spielfilm böte : Cosima Wagner als eine überhebliche Frau, die sich mit jedem anlegte, der es wagte sich in das von ihr verwaltete Vermächtnis des nicht minder überheblichen Mannes einzumischen. Welch Entsetzen, als in München das Prinzregententheater gebaut wurde und man wagte den Parzifal aufzuführen, welche Empörung über Wagner-Inszenierungen in New York. Wie herzlos als anläßlich der Beerdigung ihre Vaters Franz Lizst kein Stück von ihm sondern nur Werke Richard Wagners aufgeführt wurden oder Erinnerungen an Richard Wagner, der das Spätwerk seines Schwiegervaters Franz Liszt in Venedig als minderwertig und überflüssig bezeichnete. Nicht zu vergessen, Vermutungen, daß der Tod Wagner in Venedig auf einen heftigen Streit mit Cosima zurückzuführen sei. Seine Frau hatte auf die Einladung an eine junge 23jährige Sängerin, die dem Meister zu Diensten sein sollte, mit Empörung reagiert. Erschreckend die Berichte darüber, wie der Grüne Hügel in Bayreuth zum Treffpunkt national - konservativer Kreise in Deutschland wurde, wie hier Rassenwahn und Judenhass propagiert und Adolf Hitler noch zu Lebzeiten der greisen Cosima empfangen und verehrt wurde. Nach der Lektüre dieser Biografie weiß der Leser : das Festspielhaus ist ein überholtes Relikt, das als Kultstätte längst überholt ist und nur noch mit viel Aufwand künstlich am Leben erhalten wird - zumal es - trotz eindrucksvoller Inszenierungen in der Vergangenheit kaum noch eine Rechtfertigung dafür gibt. Ein Museum, in dem die alten Frauen noch immer herumgeistern, auch wenn nun eine Junge diese Tradition fortsetzen sollte.

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 8. August 2007 )
 
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