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Armin Mueller-Stahl: Venice PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Freitag, 13. Juli 2007

Der deutsche Schauspieler Armin Mueller-Stahl ist nicht nur international im Kino und bei uns mit großartigen Fernsehserien ein Star – er ist darüber hinaus ein beneidenswert vielseitiger Künstler – Maler, Geiger und Schriftsteller.

In Deutschland wieder zu Hause und zugleich immer noch und immer wieder in Amerika berichtet er in „Venice“ über ein ungewöhnliches Schicksals. Der Erzähler meint die Biografie jedes Menschen über vierzig eigne sich als Drehbuch für einen Film. Er lässt sich auf eine Wette ein, macht sich auf die Suche und findet einen Außenseiter, einen einst vermögenden Mann, der auf Erfolg, Karriere und Verpflichtungen verzichtet und sie dem wahren Leben zugewandt hat. Er hat die Gesellschaft von Obdachlosen gefunden, spielt Gitarre, singt und schläft im Freien. Der Fünfzigjährige fühlt sich gut und frisch. Als sich ihm der Fünfundsiebzigjährige nähert, beginnt er auf Drängen des Fremden seine Geschichte zu erzählen, die Geschichte seines Vaters, die zurückreicht nach Europa und Nordafrika. Es ist die Geschichte von Verleumdung, Verfolgung, Flucht und dem Tausch von Identitäten, die an Hilsenraths „Der Nazi und sein Friseur“ erinnert. Befremdlich wirkt allein, dass dieser Bericht des Sohnes bei zahlreichen Begegnungen von einem Freund des Erzählers heimlich aus unterschiedlichen Perspektiven unbemerkt gefilmt worden sein soll – also Material für einen Film und der Aussteiger sollte davon nichts mitbekommen haben ? Aber wer weiß – vieles ist möglich und ging es hier nicht um die Einlösung einer Wette ? Müller – Stahls amerikanisches Tagebuch „Venice“ ist lesenswert, brillant geschrieben, eine beklemmende und dabei durchaus unterhaltsame Lektüre.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 13. Juli 2007 )
 
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