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„Ariodante“ war das herausragende Ereignis der diesjährigen Händel – Festspiele in Halle.
Die selten gespielte Oper zu hören und zu sehen, ist großes Vergnügen an einem vergleichsweise kleinen Haus und lohnt die Reise in die Saale – Stadt. Alles an dieser Aufführung stimmt – ein frisch musizierendes Händelfestspielorchester unter der Leitung des Vivaldi – Spezialisten Federico Maria Sardelli, Solisten, die nicht nur stimmlich sondern dazu auch schauspielerisch virtuos agieren, dank einer aktionsreichen Inszenierung von Stephan Lawless, einem klaren , stimmigem Bühnenbild vom Benoit Dugardyn und very schottischer Kostüme von Sue Willmington – schließlich soll Ariodante in Schottland spielen, hier nach der ursprünglichen Vorlage hoch dramatisch , als „Viel Lärm um Nichts“ bei Shakespeare dagegen als Komödie.
„Ariodante“ in Halle ist ein gelungener Kontrast zu so mancher aufwendigen verquasten und darüber üppig teuren Opern – Neudeutung an großen deutschen und europäischen Häusern, bei denen die Besucher nicht nur die Stücke kennen sondern auch die Programmhefte aufmerksam studieren müssen, um die Intentionen der Regisseure wenigstens nachvollziehen zu können. „Ariodante“ – so einfach, so gut und so überzeugend kann Oper sein.
Etwas merkwürdig erscheint in diesem Zusammenhang eine Bemerkung des Ministerpräsidenten von Sachsen – Anhalt, Böhmer. Der erfolgreiche beliebte Landesvater meinte vor kurzem, es sei zu überlegen, ob nicht angesichts des reichen kulturellen Angebots Festwochen und ähnliche Ereignisse nicht jährlich sondern in einem Turnus von zwei Jahren stattfinden sollten. Das der gelernte und langjährig praktizierende Arzt hier das kulturelle Angebot mit dem Skalpell reduzieren möchte, zeugt von dem bei Landesherren weit verbreiteten Irrtum , bei der Kultur lasse sich doch immer noch etwas sparen – ob nun Denkmalpflege, Oper oder Schauspiel, alles steht zur Disposition. Dabei sind das die wichtigsten Positionen auf der Habenseite eines Landes, wenn es darum geht, seinen Bewohnern und seinen Gästen etwas zu bieten – und vor allem etwas zu bewahren. Aber vielleicht hat der Landesvater das ja gar nicht so gemeint. Hoffen wir mal. Sonst empfehlen wir ihm unter anderem „Ariodante“.
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