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Rummelplatz ist eine Entdeckung , ein einzigartiges literarisches Dokument und das Vermächtnis eines bedeutenden vergessenen deutschen Autors. Die Geschichte über den Neubeginn nach dem Krieg in der Wismut, dem von den Sowjets kontrollierten Uranbergbau In seinem 750 - Seitenwerk nimmt uns Werner Bräunig mit in das Milieu der Arbeiter zum Beginn des Wiederaufbaus in der DDR, in eine Zeit, als vieles möglich schien und als der Sozialismus noch Verheißung bedeutete, als es Großaktionen zum Aufbau der Maxhütte und der Werft in Rostock gab. Werner Bräunig aus Chemnitz war ein , wie es in der DDR hieß, Arbeiterschriftsteller und er galt nach Schlosserlehre, Gelegenheitsarbeiter in Westdeutschland, schleßlich nach der Rückkehr in die DDR und zeitweiser Beschäftigung in der Wismut, sld große Hoffnung der juingen DDR - Literatur. Er verfasste den Aufruf zur Bitterfelder Konferenz "Greif zur Feder Kumpel". Nsch dem Studium war er Dozent am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig Als er 1965 seinen Roman "Rummelplatz" vorlegte fiel er in Ungnade. Das Buch durfte nicht erscheinen. In der Rückschau auf die engstirnige Gewaltherrschaft des Ulbricht - Regimes erscheint uns das als nur konsequent - denn Bräunig beschreibt keine Helden sondern normale Menschen mit ihren Erwartungen, Sorgen, Bedürfnissen, Träumen. Bräunig beobachtet dabei detailliert , stellt Fragen : "Was soll einer machen, der gestern noch auf irgendwelcher Seite war oder auf gar keiner, und hat nun zu uns gefunden, guten Willens und wir sagen ihm, Genosse, der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, also klotze ran !" Aber Bräunig läßt seine Kumpels auch nach Westdeutschland und nach Westberlin fahren : Wenn man aus den finsetren Trümmerträumen plötzlich eintrat in das Geflacker der Lichtreklamen, dann hatte man eine Grenze überschritten und war eingetreten in eine Landschaft, die fing schon wieder an eine richtige Weltstadt zu werden. Wie sollte auch einer, den es seit je auf die Rummelplätze zog, wie sollte der sich den größten Rummelplatz der deutschen Gegenwart entgehen lassen?"
Westberlin aber war - die Frontstadt.
Bräunig bleibt kritisch aber doch ohne Groll in der DDR und für die DDR, war kein Dissident - nur dulden konnten sie so einen nicht. Ein bedeutendes Buch - unbedingt lesenswert.
Die Wismut ist heute nach einer bemerkenswerten Rekultivierung eine wahrhaft blühende Landschaft mit einer Gartenschau geworden - der Roman zeigt die Vergangenheit auf eine spannende Art. Vergleichbares hat es aus dem Westen Deutschlands so nicht gegeben !  
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