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"Snow White" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Tobias Körner   
Freitag, 4. Mai 2007

Samir - das bedeutet soviel wie Märchenerzähler. Einfach nur Samir, das ist der Nachname des Regisseurs, denn sein "Nachname ist einfach zu kompliziert. Alle haben ihn falsch geschrieben."

Und Märchen erzählen kann er.

Sein neuestes ist nun im Kino zu sehen: "Snow White". Bedingt durch seine arabische Kindheit sollte "Snow White" märchenhafte Momente besitzen. "Ich wusste, dass ein Melodram, anders als meine früheren experimentellen Spiel- und Dokumentarfilme, auch ein grösseres und vor allem jugendlicheres Publikum erreichen konnte," so Samir.

Geboren 1955 in Bagdhad zog er als Kind mit seinen Eltern in den 60ern in die Schweiz, verfolgte eine Ausbildung zum Kameramann und begann 1980 mit der Produktion eigener Filme. Mittlerweile sind über 35 Kurz- und Langspielfilme für Kino und Fernsehen in seiner Vita zu finden. Zusammen mit acht Mitarbeitern unterhält er die Firma Dschoint Ventschr in der Schweiz.

Sein Film ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, wenn auch nicht so schlimm wie in Wahrheit, wie Mitarbiter der Zürcher Drogenprävention sagten. Trotzdem: Immer mehr bestimmen exzessive Drogenorgien und Besäufnisse die jugendliche Welt. Aber nicht bei allen wohlbemerkt! Die 20jährige Nico aus Zürich ist ein Partygirl erster Klasse und hat außer sich selbst und ihr Leben-in-den-Tag-hinein nichts anderes im Kopf. Ihr Aussehen - schwarze Haare, heller Teint - verdankt sie ihrem Kokainkonsum. Ihr Leben ändert sich schlagartig nach dem Treffen mit Paco, einem Kind spanischer Eltern, der mit seiner Band in ihrem Lieblingsclub halt macht. Hinter den Kulissen kommen sich die beiden näher, denn Nico verspürt, dass er jemand ist, der provozieren kann, und sie jemand ist, der provozieren will, aber keine Energie hat, dies auch zu tun. Nico will sich ändern und hängt sich an Paco, doch als dieser auf Tournee mit seiner Band geht, kommt es zum Eklat in Nicos Leben.

Ein Film, der berührt und fasziniert, spiegelt er doch umso mehr das Leben wieder, welches viele jugendlichen Menschen ohne Perspektive leben und Drogen und Party ihre einzige Art ist, Farben in ihr Leben zu bringen. Auch wenn es nicht in Deutschland spielt - gerade dadurch - gewinnt es an aktueller Brisanz.

Regisseur Samir, dessen Jugendzeit durch die 70er Jahre in er Schweiz geprägt worden ist, weiß, dass der Film sich seiner Vergangenheit bedient. "Sehr wahrscheinlich unterschied sich mein Leben nicht gross von dem meiner Hauptdarsteller im Film, welches aber in der Gegenwart spielt. Der einzige Unterschied zwischen damals und heute: Wir verstanden uns, bedingt durch eine rigide und jugendfeindliche Gesellschaft, als «Rebellen» gegen das System, während heute Popmusik, Drogen und Sexualität die hedonistische Speerspitze einer zynischen Konsumgesellschaft bilden."

Seine Botschaft: überlege dir, was du mit deinem Leben anstellst, wenn du schon alles hast. Vor allem: merke es rechtzeitig, bevor es zu spät ist.

www.snowwhite.ch

Letzte Aktualisierung ( Montag, 7. Mai 2007 )
 
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