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Geschrieben von Sandra Rauch
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Dienstag, 1. Mai 2007 |
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Zwischen Paradies und Atemnot
Sandra Rauchs Serien Downtown und Wald
Städte können manchmal etwas Bedrohliches ausstrahlen, etwas Nichtgreifbares, das sie zu einem fremden Wesen macht, obwohl sie der Mensch selbst Stein auf Stein erbaut hat. Doch irgendwo auf dem Weg in die Höhen des Himmelsgewölbes scheint es, als wäre die Bauanleitung der Türme und Hochhäuser abhanden gekommen und einem Größenwahn gewichen, der aus der einstigen
praktischen Idee der Behausung eine virtuelle Anordnung von Visionen gemacht hat. Man geht
plötzlich auf Distanz und bleibt stehen. Man sieht hoch und muss sich neu orientieren. Sandra Rauch ist in ihrer Serie Downtown einem Stadtgefühl nachgegangen, das eine subjektive Sicht auf die
Umgebung untersucht. Dabei kann sich die Wirkung ändern, je nachdem um welche Straßenecke man herumblickt oder auf welche Turmspitze man hinaufklettert. Das Bedrohliche der Stadt wird so möglicherweise im nächsten Moment zurückgenommen und bekommt wieder etwas Greifbares,
vielleicht sogar etwas Befreiendes. Die von der Künstlerin entwickelte mechanische Lichttechnik
unterstützt diesen Effekt: Überflüssiges ist übermalt, Wichtiges hervorgehoben. Sandra Rauch
konzentriert sich auf die Wirkung von Lebensräumen, auf die Gratwanderung, wenn aus
Menschenfreundlichem Menschenfeindliches wird und umgekehrt.
So auch in ihrer Serie Wald: In keinem Bild ist der Himmel zu sehen, nirgends erkennt man einen Horizont, alles ist dicht und dunkel. Aus dem grauen Großstadtdschungel ist ein undurchdringliches Grün geworden, das zwischen Paradies und Atemnot, zwischen Behaglichkeit und Bedrängnis changiert. Für beide Wirkungen sind die Sonnenstrahlen verantwortlich, die einerseits die Baumkronen zum Leuchten bringen oder bizarre Formen auf dem Boden hinterlassen, andererseits aber auch die Bäume mit ihren hochgewachsenen Stämmen ins Gegenlicht tauchen und so erst das Gefühl von Bedrohlichkeit hervorrufen. War es bei Downtown der bewusst eingenommene subjektive Blickwinkel der Künstlerin, der zur Bildwirkung beitrug, so ist es bei Wald die häufig frontal eingefangene Natur selbst, die gegen die Ränder des Bildausschnitts drängt, als wolle sie regelrecht die Kultur der
Bildaufnahme sprengen.
Die Abstraktion ist bei Landschaftsaufnahmen wie diesen nicht zu übersehen, es wimmelt von Formen und Linien, die die Bildebene bestimmen, ohne dass es noch auf den Bildinhalt ankommt. Und doch ist der Abstraktionsgrad bei Downtown ein anderer, richtet er sich hier vorwiegend nach den medialen Möglichkeiten einer Verbindung von digitaler Bilderzeugung, Farbauftrag und technischem Verfahren. Sandra Rauch thematisiert mit ihrer mechanischen Lichttechnik nichts anderes als eine Form von Kunsterfindung, die den Transformationsprozess der Fotografie einsetzt um zu abstrahieren.
Claudia Gochmann
BIOGRAFIE
Sandra Rauch wurde 1967 in Berlin geboren
und lebt in Berlin und New York
Ausbildung
1983 - 1985 Ausbildung zur Schrift- und Grafikmalerin
1991 - 1994 Studienbeginn an der Kunsthochschule Berlin Weißensee,
Fachbereich Kommunikationsdesign
1994 - 1998 Wechsel an die Hochschule für Bildende Künste Dresden,
Studium bei Prof. Ralf Kerbach Malerei/Grafik
1998 - 2000 Meisterschülerabschluss bei Prof. Ralf Kerbach, HfBK Dresden
2000 - 2006 künstlerische Assistentin bei Prof. Ralf Kerbach
Stipendien
1998 - 1999 Sächsisches Landesstipendium, Dresden HSPII
1998 Hegenbarth-Preis, Dresden
Ausstellungen
2007 Vonderbank Gallery Hamburg „ZEIT`N`GEIST- 4 NEW POSITIONS“
2007 Galerie MFK „Druschba“ Berlin
2006 Einzelausstellung „Downtown“ Galerie Horschik (Dresden)
2005 Kunstausstellung Kühl „im Paradiesesgarten“ (Dresden)
2005 Galerie Horschik „Der andere Blick“ (Dresden)
2005 XIV. Deutsche Grafik-Triennale Frechen (Köln)
2004 Art Fair Messe (Frankfurt am Main)
2004 „Köpfe I“ (Berlin) und „Köpfe II“ (Berlin)
2003 Einzelausstellung Galerie Horschik (Dresden)
2002 Wanderausstellung (Europa) „100 Sächsische Grafiken“
2002 Kunstsalon Europa (Berlin) „Jelly Fish in Space“
2002 -1998 Inhaberin des Kunstsalons „Europa“ in Berlin Auguststraße
2002 Frankfurt am Main „art multiple “
2000 Mousonturm Frankfurt am Main „San.Di.Comander“
1998 art`otel Dresden „Flying Wentworth“ (Film)
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 2. Mai 2007 )
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