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Iris Radisch: Die Schule der Frauen - Wie wir die Familie neu erfinden |
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Geschrieben von Dieter Bub
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Samstag, 14. April 2007 |
Dieses Buch ist Ermunterung und Abrechnung, ist Anleitung zum Nachdenken, zum Aufbegehren und zur Veränderung. Es kommt zur rechten Zeit in einer hanebüchenen Diskussion darüber, wie die Frauen ihre Rollen zu verstehen haben, auch (aber nicht nur), angezettelt von einer Bundesfamilienministerin, die mehr Krippenplätze für Kinder fordert und durchsetzen wird - auch gegen heftigen Widerstand von Männern in ihrer eigenen CDU und in der ihr verbundenen CSU. Wir sehen den bayerischen Ministerpräsidenten mit seiner Empörung, verfolgt von einer bayerischen Landrätin, die allein lebt, Motorrad fährt und sich in nicht alltäglich-züchtiger Kleidung fotografieren läßt! Als Gegenpol tritt in dieser Groteske ein deutscher Bischof auf , der bitteschön die Mutti endlich wieder und am Besten ausschließlich zu Hause haben möchte. Papa kommt von der Arbeit erschöpft nach Hause, praktiziert dort nach Feierabend und am Wochenende Familienleben. Mutti hat gekocht und gebacken. Das gibt es noch immer - millionenfach in deutschen Landen - aber nicht nur. Das große Wehklagen hat eingesetzt, weil Frauen zu wenig oder gar nicht gebären, weil Männer keine Verantwortung und keine Kinder mehr haben wollen. Die Folgen: das große Geschrei um die Rentendiskussion und den Bevölkerungsschwund. Iris Radisch, die vielen noch als spannende nicht nur sachkundige sondern auch begeisterte Partnerin im literarischen Quartett in Erinnerung ist und die viele von ihrer journalistischen Arbeit in der Zeit kennen, fordert zu einem neuen Denken und zum neuen Handeln auf. Sie wendet sich gegen die alte Heldenfamilie und gegen die Gebärkampagnen der letzten Monate und sie wendet sich gegen "die Leute, die ihr Geld mit dem Verkauf von Publikumsorganen verdienen, die sich, um es milde ausdzurücken, den Interessen der Industriegesellschaft in keiner Weise in den Weg stellen. Leute, deren Profession es ist, in einem millardenschweren Massenmedium ziegenau vorgeformte Publikumsformate auszufüllen, es sind gut ausgestattete Soziologieprofessoren und ehrenwert ergraute Feuilletonisten" - und die von ihren Frauen und Töchtern Gefolgschaft erwarten. Iris Radisch kennt diesen ganzen Laden der Meinungsmanipulation und weiß, es sind die Frauen, von denen die Veränderung in erster Linie ausgehen muss, auch wenn es Männer gibt, die das begriffen haben, auch wenn in der nachfolgenden Generation sich neues Bewußtsein bildet, auch wenn sich bereits jetzt neue Lebens - und Familienformen bilden, mit neuen Möglichkeiten. Radisch weiß, es gibt kein einheitliches Rezept. Aber es gibt Chancen - vielleicht selbst für einige unter den vielen, die noch immer die Vorstellungen ihrer Großväter mit sich herumschleppen und darin gefangen sind. Dieses Buch sollte für viele Lektüre sein, Pflichtlektüre - und müsste zum Bestseller werden.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 16. April 2007 )
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