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Deutsches Historisches Museum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kulturinfo-Team   
Montag, 8. Januar 2007

Image In seinem Programm vom 24. Juni 1987 verpflichtete sich das Deutsche Historische Museum der "Aufklärung und Verständigung über die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Europäern".
Bevor diese Idee umgesetzt werden konnte, gab es heftige und kontroverse Debatten in der deutschen Presse. Sinn, Aufgaben und Realisierungschancen eines von der Bundesregierung in Berlin ins Leben gerufenen Nationalmuseums zur Geschichte Deutschlands bezweifelten die Skeptiker.
Die Gründungsurkunde für ein Deutsches Historisches Museum konnte am 28. Oktober 1987, anläßlich der 750-Jahr- Feier der Stadt Berlin, von Bundeskanzler Helmut Kohl und dem Regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin, Eberhard Diepgen, im Gebäude des Reichstags unterzeichnet werden.
Standort des neuen Museums sollte im Spreebogen in der Nähe des Reichstages sein. Den hierfür ausgeschriebenen Wettbewerb gewann 1988 der italienische Architekt Aldo Rossi. Der Fall der Mauer aber veränderte alle Pläne von Grund auf. Mit dem Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 übertrug die Bundesregierung dem jungen Museum die Sammlungen und Grundstück des damaligen Museums für Deutsche Geschichte, das im September 1990 von der letzten DDR-Regierung geschlossen wurde.
So wurde das Zeughaus von 1695, das älteste Gebäude Unter den Linden, zum Sitz des Deutschen Historischen Museums, dessen Team kurz darauf begann, das Haus mit Leben zu erfüllen. Ziel war, ein besucherfreundliches Haus und einen lebendigen Treffpunkt in der Mitte Berlins zu schaffen. Im September 1991 konnten die ersten Ausstellungen im Zeughaus gezeigt werden.
Mit mehr als 100 Ausstellungen, die nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Städten Deutschlands und im Ausland ausgerichtet wurden, konnte das Deutsche Historische Museum nach zehn Jahren, im Oktober 1997, erfolgreich Bilanz ziehen. Das positive Echo der Öffentlichkeit verschaffte dem Haus schnell Beachtung und Anerkennung in der nationalen und internationalen Museumslandschaft. Insbesondere Ausstellungsinszenierungen und die Kooperationen mit großen europäischen Museen zogen in den vergangenen Jahren jährlich mehr als 500.000 Besucher an. Die Ausstellung "Bismarck: Preußen, Deutschland und Europa", einige Jahre vor der unerwarteten historischen Zäsur von 1989 geplant, erlangte im Jahr der Wiedervereinigung tagespolitische Aktualität. "Entartete Kunst-Das Schicksal der Avantgarde im Nazi-Deutschland", eine Ausstellungsübernahme vom Los Angeles County Museum of Art rekonstruierte die von den Nationalsozialisten 1937 im Münchner Haus der Kunst veranstaltete Ausstellung und erinnerte an verfolgte Künstler und ihre Werke. "Die Elbe - Ein Lebenslauf" stellte in Dresden, Hamburg und Prag die "Biographie" eines europäischen Flusses und seiner Anrainer vor. "Kunst und Macht", Europaratsausstellung des Jahres 1996, entstand als Kooperation mit der Barbican Art Gallery in London. "Wahlverwandtschaft", eine Zusammenarbeit mit den Nationalmuseen Schwedens und Norwegens, "Victoria &Albert, Vicky & The Kaiser" mit sensationellen Leihgaben der britischen Royal Collection, "Vice Versa" und "Mythen der Nationen" widmeten sich jeweils den europäischen Dimensionen der deutschen Geschichte.
Mit den Ausstellungen "Auftrag: Kunst!", "Parteiauftrag: Ein neues Deutschland", "Aufbau West-Aufbau Ost" und "Bohème und Diktatur", die zehntausende von Besuchern anzogen, beteiligten sich die Museumsmacher an den aktuellen Diskussionen und dem öffentlichen Dialog über die DDR-Vergangenheit.

Bis 29. April 2007: Austellung "Kunst und Propaganda im Streit der Nationen 1930-1945"

Weitere Informationen: www.dhm.de/ausstellungen

 

 

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 15. Februar 2007 )
 
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