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Peter Handke: Kali PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von von Sydow   
Dienstag, 27. März 2007

"Kali", das schmale neue Buch Peter Handkes, ist wieder das Werk eines Dichters, nicht einfach Belletristik, wie wir sie Containerweise in unseren Regalen aufbewahren. Diese "Vorwintergeschichte", wie er sie nennt, ist ein Genießerbuch und kein schneller Lesestoff. Nirgendwo sonst und in der Realität schon gar nicht, würde ein Kind, dem die Mutter abhanden gekommen ist und das nun beim Vater lebt, den Erwachsenen seine schreckliche Situation der Einsamkeit so erklären wie in diesem Buch. Das Paar, der Vater und die neue Frau gehen und stehen im Schneewind, mit dem Gewitter kommt der Winter. Wir treten mit dem Beobachter in ein Wirtshaus ein, sind bei einem Fest dabei, sollen verstehen, daß die Menschen aus aller Welt, die in diesem toten Winkel der Abraumhalden leben nicht angekommen sind, nie wirklich ankommen und einander fremd bleiben werden. Trotzdem Trost : "Ihr Paare, du Paar da: Wenn Paare, nur kühne. Nichts Schöneres, nichts Gottgefälligeres als ein kühnes Paar. Und seid einander Körper. Zum Schluß sind wir alle drüben eingeladen, in gut geheizten Räumen. Es fehlt weder am Essen noch am Trinken. Genaue Beobachtungen. Distanzierte Betrachtung von gefühlen - und doch liebevolle Anteilnahme. Wir sind wie immer bei Handtke in einem Irgendwo und sollen doch gerade so (im Kali - Land) bei uns sein. Aber Vorsicht: Wer die schnelle Unterhaltung sucht ist falsch. Für alle anderen Bemerkenswert! Lesenswert!

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. März 2007 )
 
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