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Eines der spannendsten und sachkundigsten Werke zur deutschen Geschichte - und das beste Buch über Preußen, unvoreingenommen, sachkundig, distanziert und engagiert zugleich. Der britische Historiker Christopher Clark entführt und verführt uns in eine Vergangenheit, die bis in unsere Gegenwart wirkt. Clarks Interesse und schließlich Leidenschaft für Preußen entstand während seines Studienaufenthalts in einem geteilten Berlin. Während der Engländer im Westen Vorlesungen besuchte fuhr er immer wieder in den Osten der geteilten Stadt, um dort die architektonischen Zeugnisse eines vergangenen Staates zu besichtigen, einen Ort, in dem Jahrzehnte später, die DDR aufgelöst wurde. Der unschätzbare Vorzug von Clarks profunder Analyse ist, daß er den langwierigen und noch immer andauernden Streit um Preußens Vorzüge und Nachteile Deutschland meidet sondern sachlich - spannend, als ein glänzender Erzähler, Ereignisse darstellt - die Stein - Hardenbergschen Reformen ebenso wie die Rolle der Junker östlich der Elbe mit ihrer dominierenden Macht im Zeitalter der europäischen Revolutionen, über Fronarbeit aber auch über freie Pachtbauern, über die Rolle des Pietismus, das Verhältnis von König und Staat unter Friedrich dem Großen, die Förderung von Kultur und Architektur, die Rolle und die Bedeutung der Juden, Armee und Staat, Kriege, Revolution, Demokratisierung und die Rolle Preußens bei der Machtergreifung Hitlers, schließlich bis zur Auflösung erst im Februar 1947. Dabei macht Clark die Entwicklungen an vielen Beispielen deutlich. Wie profund Clark vorgegangen ist zeigen zwei Zahlen : Nur die Auswahl der Bibliografie, auf die sich Clark beruft, umfasst 22 Seiten, die Anmerkungen 80 Seiten. Andreas Kilb in der FAZ meint : Wenn es je einen ausländischen GFeschichtswissenschaftler gab, der den Staat und die Idee Preußens nicht nur mit dem Intellekt sondern auch mit der Seele gesucht hat, es ist Christopher Clark." Der britische Observer kommentiert : Es ist nicht möglich Preußens Triumph und Tragödie besser zu erzählen!" Für uns Deutsche wird mit dieser Lektüre deutlich, welche Bedeutung Preußen bis heute hat, oft kaum erkennbar, in Verhalten, Forderungen von Politikern und Pädagogen ebenso wie in den Beziehungen zwischen deutschen Regionen oder Bundesländern - zwischen Berlin und München, Berlin - Brandenburg zu Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz - es sind die Nachwirkungen im einstigen Zusammenspiel und in den Gegnerschaften eines Europa der Vergangenheit.
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