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Björn Kuligk - Jan Wagner : Der Wald im Zimmer - Eine Harzreise PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Eric Vogler   
Donnerstag, 15. März 2007

Von einem  Reiseführer zum 151. Todestag von Heinrich Heine können wir keine Informationen und Tipps erwarten , keine Angaben zu Hotels, Restaurants, Pensionen, allenfalls gibt es ironische Anmerkungen zu einem miserablem Frühstück und zu einer Harzer Platte mit Käse und einem Schnaps. Dies ist dasa Wandertagebuch von zwei Bereliner Literaten, die mit schweren Rucksäcken unterwegs waren zwischen Elend und Sotge, nach Goslar und auf den Brocken. Dort oben, auf der Mittelgebirgserhebung, so müssen es die beiden feststellen, ist es grauslich Heutedeutsch überfüllt mit Halbtrunkenen, Vereinen und Fitforfun-Menschen : "Nun ist der Brocken ein gesamtdeutscher auf der Höhe seiner Zeit, sportlich asozial und eine riesige genau nach Bedürfnissen aufgeteilte Erlebnishalde. Punkeln kostet auch Geld. Die Pinkelgeldnehmer sind natürlich von einer anderen Firma. Outsourcing selbst hier." Heinrich Heine hätte seine Freude gehabt, Das ist sein Ton, seine Ironie. So sind wir gerne unterwegs - begegnen eine alten Führer im stillgelegten Bergwerk, Touristengruppen in Goslar, einem Mann, der weiß, wo es flotte Frauen gibt und einem Lümmel, der meint, daß die beiden Wanderer was für Bett bräuchten. Sie aber sitzen mit einem schnarchenden Fettwanst vor dem Fernseher, versuchen die Osteroder Ruine zu erkunden, beneiden Heine um sein Mittagsmahl in der Krone zu Klausthal und ach - erst die Unterkunft in Elend mit dem "Wald im Zimmer".... Man muss nicht nur einen Rucksack haben sondern auch "ein Gemüt" um das so erleben zu wollen.....

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 15. März 2007 )
 
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