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Geschrieben von Eric Vogler
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Dienstag, 20. Februar 2007 |
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Dieser Roman des Schweizer Autors Urs Faes ist eine traurige Familiengeschichte - die Geschichte um ein lang gehegtes Geheimnis, das erst viele Jahre nach dem Tod des Vaters bekannt wird. Eigentlich hätte es verborgen bleiben können, wären da nicht unerwartet eine alte Frau und ihre Tochter im Leben eines Mannes erschienen, um sich ihm, einem rennomierten Schriftsteller zu offenbaren. Der Autor erfährt von ihnen, daß sein Vater über lange Zeit ein Doppelleben geführt hat, mürrisch zu Hause und leidenschaftlich, fröhlich bei seiner Geliebten. Mit ihr, der anderen, die er zufällig kennengelernt hatte, war er für viele Wochen verschwunden, sein Glück zu genießen aber auch nach dieser Zeit in den Bergen, nach seiner Rückkehr zur Familie konnte er nicht von ihr lassen und musste sie und ihre Tochter immer wieder besuchen. Der Erzähler nähert sich zunächst nur widerstrebend dieser doppelgesichtigen Person, begibt schließlich mit der Tochter der Geliebten des Vaters auf Spurensuche. Der Roman mag für manche Leser bedrückend sein, denn es sind nicht wenige Männer, die über kürzere oder längere Zeit dem Alltag und den Belastungen der Familie zu entkommen versuchen. Und es sind nicht wenige Männer wie Frauen, die gerade in der Begegnung mit anderen erkennen (wenn sie es nicht vorher wussten), daß sie bei Partnerwahl und Ehe die falsche Entscheidung getroffen hatten. Verpflichtung und Verantwortungsbewusstsein zwingen sie in eine trostlose Situation, in der sie verstummen und erkalten, bis Krankheit und Tod Erlösung bringen. Und die Kinder? So ist diese Familiengeschichte, hinter der sich ein Liebesarchiv verbirgt, eine immerwährende stille Familientragödie.
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 21. Februar 2007 )
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