|
Geschrieben von Natascha Bub
|
|
Mittwoch, 31. Januar 2007 |
„The Prestige“von Christopher Nolan verzaubert mit Magie und nimmt uns mit auf eine Reise ins Ungewisse.
Der berühmte Zauberer Harry Houdini lieferte sich mit einem gewissen „Hardeen“ bis zu seinem Tod eine 26 Jahre andauernde Fehde. Beide zeigten die gleiche Show und beschuldigten sich gegenseitig des geistigen Diebstahls. In Wirklichkeit war Hardeen Houdinis Halbbruder, die Vendetta ein sorgfältig inszenierter PR-Trick.
Chung Ling Soo ein bekannter chinesischer Magier kam bei der Vorführung des bekannten Gewehrkugeltricks ums Leben. Nach seinem Tod stellte sich heraus, dass Soo in Wirklichkeit kein Chinese, sondern ein verkleideter weißer Amerikaner namens William E. Robertson war, der auch außerhalb des Theaters die Illusion eines Chinesen wahrte, etwa Interviews nur über Dolmetscher gab.
Diese beiden Geschichten sind wahr – aber wer weiss schon sicher, was das ist, die Wahrheit ?
Zu Beginn des Filmes lernen sich die beiden ehrgeizigen Illusionisten Angier (Hugh Jackman) der brilliante Entertainer, und Borden (Christian Bale), das Genie im Erfinden innovatives Zaubertricks, kennen, als sie als vermeintlich zufällig ausgewählten Zuschauer, einem Zauberer assistieren. Wie beinah jede Szene hat auch diese einen doppelten Boden, ist auch dies schon eine Lüge, die auf den weiteren Verlauf des Filmes verweist.
Die beiden Rivalen liefern sich einen immer erbitterteren, irrationaleren Kampf um Macht, Können und die Gunst des Publikums.
In immer wieder neu verschachtelten Rückblenden beschreibt Nolan, wie aus dem freundschaftlichen Wettstreit der beiden so unterschiedlichen Männer, die Zuschauer mit nie gesehenen Illusionen zu erstaunen, ein Duell auf Leben und Tod wird.
Eine magische Welt voller Illusionen und Tricks, Finten und Fallen, Täuschungen und Wahrheiten tut sich auf. Der Zuschauer hat seinen Spass an dieser rasanten Achterbahnfahrt, den ungeahnten Wendungen und rasanten Talfahrten. Doch nicht jeder kann in diesem komplexen Gespinst überleben, für manchen bedeutet Lüge den Tod.
So kann man den Film auf viele Weisen lesen, als Reflexion über das Wesen des Kinos und seine Verbindungen zur Magie, als Parabel über die Mechanik der Klassenverhältnisse und den daraus entstehenden amoralischen Besessenheiten, oder als Verweis auf die Folgen des unbedingten Fortschrittsglaubens des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wunderbar gespiegelt in der “echten“ Figur des ebenso genialen, wie Geheimnis umwitterten Erfinders Nicola Tesla, den David Bowie scharf an der Grenze zwischen Wahnsinnigen und Propheten zeichnet.
Wie ein Taschenspieler überrascht der Regisseur sein Publikum mit immer neuen Täuschungen und Illusionen, treibt "Prestige" ein doppeltes Spiel mit seinem Publikum, und stellt die Frage nach dem unterschiedlichen Realitätsempfinden verschiedener Menschen und dem Zusammenhang von Erinnerung und Realität.
Ein Vergnügen für alle, die es lieben zu staunen, getäuscht zu werden, zu durchschauen, nur um dann erneut an die Magie zu glauben. |
|
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 31. Januar 2007 )
|