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Geschrieben von Kulturinfo-Team
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Montag, 22. Januar 2007 |
Mehr als 500 Jahre zurück reichen die Wurzeln der heutigen Staatskapelle Weimar, einer der ältesten Kapellen der Welt. Im Jahre 1491 wurde sie vom Kurfürsten Friedrich III. (dem Weisen) als vokal-instrumentale Ernestinisch-Sächsische Hofkapelle begründet. Im 17. Jahrhundert durchlebte die Kapelle eine wechselvolle Geschichte unter verschiedenen Fürsten, die bis zur zeitweiligen Auflösung führte.
Im Jahr 1735 war es 1756 die Herzogin Anna Amalia, die die Hofkapelle als musikalische Trägerinstitution im „Klassischen Weimar“ neu begründete. Als 1791 ein eigenes Hoftheater unter Goethes Leitung gegründet wurde, stand von Beginn an auch die Oper im Mittelpunkt. Mit den von der Erbgroßherzogin Maria Pawlowna verpflichteten Hofkapellmeistern August Eberhard Müller (1810-1817) und dann vor allem mit dem Mozart-Schüler Johann Nepomuk Hummel (1819-1837) wirkten berühmte Virtuosen und Orchestererzieher an der Spitze der Kapelle.
Welch große Rolle die Musik im Allgemeinen und die Hofkapelle im Besonderen in Weimar inzwischen spielten, belegt das Engagement Franz Liszts (1848-1858 Hofkapellmeister), durch den Weimar zu einer Stadt von großer musikgeschichtlicher Bedeutung anwuchs. Er initiierte, oft gegen enorme Widerstände, Uraufführungen zahlreicher zeitgenössischer Werke - eigene Kompositionen wie auch Musik damals aufgrund ihrer Modernität noch umstrittener Kollegen wie Hector Berlioz, Peter Cornelius und Camille Saint-Saëns. 1849 realisierte er in Weimar die Aufführung von Wagners Tannhäuser, woraufhin dessen damals noch steckbrieflich gesuchter Komponist Liszt mit der Uraufführung seines Lohengrin betraute – ein Werk, das somit 1850 in Weimar erstmals das Licht der Bühne erblickte. Mit dem 25jährigen Richard Strauss, der ab 1889 für fünf Jahre als 2. Kapellmeister in Weimar engagiert war, traf ein weiteres Mal ein bald darauf führender Dirigent und Komponist mit der Kapelle zusammen und verhalf ihr zu beachtlichem qualitativem Aufschwung und zu wachsendem Renommee. Strauss leitete in Weimar die Uraufführung seines eigenen Opernerstlings Guntram sowie von Humperdincks Hänsel und Gretel – weithin beachtete kulturelle Ereignisse, ebenso wie seine legendären, da strichlosen Aufführungen diverser Wagner-Opern. Darüber hinaus erlebten auch Strauss’ neuste Orchesterwerke, darunter Don Juan, Macbeth und Tod und Verklärung in Weimar ihre Uraufführungen. Inzwischen war das Orchester im Jahr 1919 zur Weimarischen Staatskapelle ernannt worden.
Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der positiven Entwicklung vorübergehend ein Ende gesetzt. Paul Sixt, von 1936 bis 1945 Chefdirigent des Orchesters, sorgte zwar für glanzvolle Opernabende und lockte berühmte Gastsolisten nach Weimar, unterstützte aber den politisch eingeschlagenen Weg mit Vehemenz, untermauert unter anderem durch die Hetzausstellung „Entartete Musik“ im Jahr 1938. Zurück blieb 1945 die Ruine des Nationaltheaters.
Doch unter dem Generalmusikdirektor und Chefdirigenten Hermann Abendroth, einer herausragenden Künstlerpersönlichkeit, entwickelte sich in erstaunlich kurzer Zeit eine neu formierte Staatskapelle, die schnell wieder beachtliche Größe und Qualität erlangte und zu einem der führenden deutschen Klangkörper heranwuchs.
Nach 1990 auf 100 Musiker verstärkt, setzt die Staatskapelle Weimar weiterhin auf die Kombination einer bewussten Pflege der großen Traditionen des Orchesters mit innovativen Aspekten und einem ständig erweiterten Repertoire. Im Jahr 2002 endete die siebenjährige Amtszeit von George Alexander Albrecht, der Schwerpunkte vor allem in der Sinfonik Mahlers und im kompositorischen Schaffen Furtwänglers setzte. Ihm folgte Jac van Steen als GMD und Chefdirigent. In den Jahren 2003 bis 2006 führte die Institution eines „Composer in Residence“ mit Christian Jost, Aribert Reimann und Wolfgang Rihm drei herausragende Gegenwartskomponisten zu regelmäßigen Konzerten in Zusammenarbeit mit der Staatskapelle nach Weimar. Seit Sommer 2005 steht mit dem Amerikaner Carl St. Clair erstmals ein Nicht-Europäer an der Spitze. Die Staatskapelle Weimar ist regelmäßiger Gast bei nationalen und internationalen Festivals, wie z.B. dem Brucknerfest Linz, dem Prager Herbst und dem Kissinger Sommer.
CD-Produktionen wie die bei Naxos erschienene Einspielung der „Alpensinfonie“ von R. Strauss sind von internationalen Fachmagazinen wie dem BBC Music Magazine und Gramophone mehrfach zur CD des Monats gekürt worden und sind ein Zeugnis für den individuellen Klang und hohen spieltechnischen Stand der Staatskapelle.
Infos und Programm: www.nationaltheater-weimar.de
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Januar 2007 )
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