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Kunsthalle Emden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kulturinfo-Team   
Freitag, 19. Januar 2007
Die Kunsthalle in Emden ist ein Museum in der Seehafenstadt Emden (Ostfriesland). Es wurde 1986 von Henri Nannen und seiner Frau Eske gestiftet. Durch eine Schenkung des Münchner Galeristen und Sammlers Otto van de Loo wurde die Kunstsammlung erheblich erweitert, was auch erhebliche Erweiterungbauten notwendig machte. Das im ortstypischen Klinker gehaltene Gebäudeensemble wurde vom Architektenpaar Friedrich und Ingeborg Spengelin aus Hannover entworfen.

Die Ausstellungen 2007

aktuell:

Emil Nolde – Paare
Sa. 14. Oktober 2006 – So. 14. Januar 2007
verlängert bis So., 28. Januar 2007

nächste Ausstellung:

Serge Poliakoff – Retrospektive
Sa. 3. Februar – So. 15. April 2007

"Die Komposition muss eine Harmonie der Linien suchen, ohne monoton zu sein."

Serge Poliakoff (1900–1969) gilt bereits zu Lebzeiten als einer der wichtigsten abstrakt malenden Künstler nach 1945. Nachdem sein Werk in Deutschland zuletzt vor zehn Jahren in einer Ausstellung gewürdigt wurde, zeigt die Kunsthalle in Emden nun in einer umfassenden Retrospektive rund 50 Ölgemälde und 35 Gouachen des Wahlfranzosen. Nachgezeichnet wird nicht nur die Entwicklung des künstlerischen Werdegangs, veranschaulicht wird auch die enorme Formen- und Farbenvielfalt seines Œuvres.

Geboren und aufgewachsen in Moskau, flieht Poliakoff 1919 aus dem durch die Revolution erschütterten Russland, kommt nach Europa und gelangt 1924 nach Paris, wo er rasch seine neue Heimat findet. Er ist musikalisch begabt und kann als Gitarrist in russischen Kabaretts seinen Lebens-unterhalt und ab 1931 sein Kunststudium finanzieren. Obwohl er bereits in der Kindheit eine ausgeprägte musische Neigung verspürte, die durch das großbürgerliche Elternhaus auch stark gefördert wurde.

Zu Beginn von Poliakoffs künstlerischem Schaffen stehen Stillleben und Frauenakte, die der Klassischen Moderne verpflichtet sind. Paul Cézanne, Henri Matisse, Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Robert Delaunay sind wichtige Vorbilder. Gegen 1947 findet er jedoch zu einer eigenen abstrakten Formensprache. Markantestes Merkmal von Poliakoffs Werken ist nun ein wie mit einander verzahnt wirkendes, geometrisiertes Repertoire an Formen. Diese kommen dem Betrachter zwar vertraut vor, wurden vom Künstler aber während des Schaffensprozesses neu gefunden. Darüber hinaus besticht die Transparenz der fein nuancierten, sparsam eingesetzten Farben und ihre Leuchtkraft, die aus der Tiefe der Bilder emporzusteigen scheint. Letztere gründet entweder auf übereinander liegenden komple-mentären Farben oder auf der Kombination von dunklen mit hellen oder kalten mit warmen Tönen. Die gestischen Spuren, die Pinsel oder Spachtel während des schichtweisen Bildaufbaus hinterlassen, tragen maßgeblich zu der Lebendigkeit seiner Arbeiten bei.

Poliakoff wird zum Kreis der so genannten École de Paris gezählt. Seinen künstlerischen Durchbruch erlangt er nach dem Zweiten Weltkrieg: Einzelausstellungen, Beteiligungen an der documenta II und III, zahlreiche Preise und Auszeichnungen markieren fortan den Weg seines Erfolgs.

Die Ausstellung wird gemeinsam mit der Kunsthalle der Hypokulturstiftung, München konzipiert, wo sie anschließend gezeigt wird.

Vorschau:

Meisterwerke aus den eigenen Beständen und Sonderpräsentation
Fides Becker - "Sehnsucht nach anderswo" Sa. 21. April – So. 29. Juli 2007

Asger Jorn - die Skulpturen 1954 - 1972
Sa. 4. August – So. 14. Oktober 2007

Wegen dem Abschluss der Umbaumassnahmen ist die Kunsthalle vom 15. 10. 2007 bis zum 1. 12. 2007 geschlossen.

Garten Eden – der Garten in der Kunst seit 1900 Sa. 1. Dezember 2007 – So. 30. März 2008

Quelle: www.kunsthalle-emden.de

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 19. Januar 2007 )
 
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