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Andrea Bocelli PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kulturinfo-Team   
Donnerstag, 11. Januar 2007
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© guido harari / decca, quelle: www.klassikakzente.de
Heute lacht Andrea Bocelli, wenn er an seine ersten Termine zum Vorsingen denkt. Da war diese Sache mit dem Popsänger Zucchero zum Beispiel, der anno 1992 für ein Duet einen klassischen Tenor suchte und von ihm völlig begeistert war. Oder auch der Kontakt mit Luciano Pavarotti, der ebenfalls das Talent des Newcomers sofort erkannte und ihn zu wichtigen Gala-Veranstaltungen einlud. Schließlich 1994 sein offizielles Debüt in Verdis "Macbeth" unter Claudio Desderi in seiner Heimatstadt Pisa, dem bald darauf Gastspiele in Mantua, Lucca und Livorno folgten. Und 1997 das Puccini-Fesival in Calgari. Überhaupt hat er allen Grund, zufrieden zu sein. Denn Bocelli gelang es, in einer Zeit beginnender Stagnation die Opernhäuser wieder zu füllen und vor allem klassische Alben etwa mit Verdi-Arien in einer Stückzahl zu verkaufen, die sonst nur Popkünstler erreichen. Er ist einer der Motoren der jüngsten Begeisterung für unterhaltsame Kunstmusik und hat es darüber hinaus geschafft, sich auch in der strengen Liga der Puristen einen Namen zu machen.

Andrea Bocelli wurde am 22.September 1958 im italienischen Städtchen Lajatico in der Nähe von Pisa geboren. Als Sechsjähriger erhielt er erste Klavierstunden. Bereits von Geburt an an grünem Star erkrankt, verlor er im Alter von zwölf Jahren durch einen Sportunfall vollends sein Augenlicht. Im selben Jahr gewann er seinen ersten Gesangswettbewerb, die "Margherita d'Oro" in Viareggio mit einer Version von "O Sole Mio". Allerdings trug er sich zunächst nicht mit dem Gedanken, eine Gesangskarriere einzuschlagen. Von 1980 an studierte er Rechtswissenschaft in Pisa und spielte zum Vergnügen Klavier in Bars und arbeitete zunächst ein Jahr lang in einer Kanzlei, bevor er sich entschloss, sich mehr der Musik zu widmen. Er nahm Unterricht bei Luciano Bettarini und verfeinerte die Ausdrucksmöglichkeiten seiner Stimme.

Im Jahr 1992 kam dann der erste wichtige Karriereschritt. Der Sänger Zucchero suchte einen Tenor für ein Demo-Band, mit dem er Luciano Pavarotti zu einem Duett überreden wollte. Bocelli bewarb sich, der Pop-Kollege war begeistert und die Tür zum Business war geöffnet. Im folgenden Jahr ging Bocelli mit Zucchero auf Tournee und bekam schließlich seinen ersten Plattenvertrag angeboten. Ebenfalls 1993 stellte er sich mit einem Konzert im Teatro Romolo Valli in der Reggio Emilia erstmals einem klassischen Publikum vor. 1994 gewann er mit dem Song "Il mare calmo della sera" beim San-Remo-Festival den Preis in der Kategorie "Neuvorschläge" und das gleichnamige Album wurde so erfolgreich, dass er eine Goldene Schallplatte überreicht bekam. Im September lud ihn Luciano Pavarotti zu seinem Konzert "Pavarotti & Friends" ein. Außerdem debütiert er als MacDuff und Verdis "Macbeth" am Teatro Verdi in Pisa.

Das Jahr 1995 brachte gleich zwei weitere Alben von Andrea Bocelli ( "Bocelli" und Viaggio Italiano"), viele Konzert in Europa und den USA und eine erfolgreiche Tour mit der "Night Of The Proms". Am 23. November 1996 sang er gemeinsam mit Sarah Brightman das Abschiedslied "Time To Say Goodbye" zu Henry Maskes letztem Boxkampf und landete damit einen Bestseller. 1997 erschien sein viertes Album "Romanza", er erhielt einen Echo für die beste Single des Jahres und war außerdem mit zahlreichen Konzerten in Europa zu hören, unter anderem beim Puccini-Festival in Torre del Lago. Außerdem wurde ihm für "Viaggio Italiano" ein Klassik Echo überreicht. Von 1998 wandte er sich mehr und mehr der klassischen Musik zu. Im Februar sang er den Rodolpho in Puccinis "La Bohème" am Teatro Communale im sardischen Cagliari. Eine Tournee durch die USA war so erfolgreich, dass selbst Events wie das Konzert im Madison Square Garden ausverkauft waren. Bocelli bekam einen weiteren Echo überreicht, stimmte das Duett "The Prayer" mit Celine Dion an und schaffte dadurch wieder den Sprung in die Hitparaden.

Im Jahr 1999 reihte sich ein Großereignis an das nächste. Bocelli sang bei der Oscar-Verleihung, im Los Angeles Hollywood Bowl, im Münchner Olympiastadion, hatte aber auch auf der Opernbühne mehr und mehr Erfolg. Er trat als Gast in der "Lustigen Witwe" in der Arena von Verona auf und übernahm die Titelrolle von Massenets "Werther" an der Oper von Detroit. Sein Album mit geistlichen Arien ("Arie Sacre") entwickelte sich ebenso wie die Vorgänger zum Bestseller. Anno 2000 reiste er mit einer groß angelegten Tournee um die Welt und gestaltete außergewöhnliche Konzerte wie am 1.Mai in Rom vor dem Papst und rund 400 000 Zuhörern. Er arbeitete mit Lorin Maazel, Valery Gergiev, Carlo Bernini, Seiji Osawa, sang Konzerte am Fuße des Eifelturms und der Freiheitsstatue ebenso wie Verdis "Requiem" in der Arena di Verona. Im September stellte er sein siebtes Album mit Verdi-Arien gemeinsam mit Zubin Mehta vor. Im November erschien mit Puccinis "La Bohème" seine erste vollständige Opernaufnahme.

Das Jahr 2001 startete mit einem Gastspiel in Verona in Mascagnis "L'Amico Fritz" und einer umjubelten Aufführung des Verdi-Requiems in München an der Seite von Renée Fleming. Insgesamt hatte er in diesem Jahr bereits 40 Millionen Alben verkauft, seine neue Pop-CD "Cieli di Toscana" setzte in Windeseile noch eine Million obendrauf. Das folgenden Jahr war von weiteren Superlativen geprägt. Andrea Bocelli bekam zahlreiche Preise überreicht wie die Goldene Kamera, zwei Wold Music Awards und den Clasical Brit Award. Er sang in Europa und USA vor ausverkauften Stadien, trat beim Puccini-Festival als Pinkerton in "Madame Butterfly" auf und lancierte mit seiner CD "Sentimento" einen weiteren Bestseller. Im Mai 2003 erschien dann seine zweite komplette Opernaufnahme, Puccinis "Tosca", zahlreiche Auftritte an der Seite von Kollegen wie Bryn Terfel, Luciano Pavarotti mehrten seinen Ruhm und belegten eindrucksvoll, dass er einer der erfolgreichsten Klassikkünstler der Gegenwart ist.

6/2005

Quelle: www.klassikakzente.de

Letzte Aktualisierung ( Montag, 15. Januar 2007 )
 
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