spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
Home arrow Künstler arrow Musiker arrow Cecilia Bartoli
Cecilia Bartoli PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kulturinfo-Team   
Donnerstag, 11. Januar 2007
Image
© simon fowler / decca, quelle: www.klassikakzente.de
Die Voraussetzungen waren gut. Angelo Bartoli und Silvana Bazzoni waren selbst Sänger und als am 6. Juni 1966 ihre Tochter Cecilia in Rom zur Welt kam, wollten sie natürlich wissen, ob die Kleine das Talent der Eltern geerbt hat. Tatsächlich stellte sich das Mädel bald als begabt heraus und erhielt ersten Unterricht bei der Mutter. Ihren ersten öffentlichen Auftritt absolvierte sie im Alter von neun Jahren als Hirtenjunge in "Tosca" in ihrer Heimatstadt, wo sie daraufhin als Teenagerin am Conservatorio di Santa Cecilia studierte, bis sie sich mit ersten Auswärtsengagements auf die professionelle Bühne wagte.

Sie hatte Glück, denn sie traf zum richtigen Zeitpunkt die passenden Leute. Als Bartoli mit 19 Jahren bei einer Talentshow im italienischen Fernsehen mitwirkte, sah Riccardo Muti ihren Auftritt und bat sie sofort zum Vorsingen an die Scala. Bald darauf wurde sie von Herbert von Karajan aufgefordert, bei den Salzburger Osterfestspielen 1990 mitzuwirken, was allerdings durch den Tod des Dirigenten nicht zustande kam. Zur gleichen Zeit jedoch trat sie in einer Sendung des französischen Fernsehens zu Ehren von Maria Callas auf, und dabei wurde Daniel Barenboim auf sie aufmerksam, der das immense Entwicklungspotential bemerkte, das in der jungen Frau steckt. So öffnete sich ihr manche Tür des Business und es ging steil bergauf.

Zu den künstlerischen Höhepunkten dieser frühen Jahre gehörten die Zerlina in "Don Giovanni" (Muti/Strehler) an der Scala und bei den Salzburger Festspielen (Barenboim/Chéreau), der Cherubino in "Le Nozze di Figaro" (Harnoncourt/Ponnelle) an der Zürcher Oper, die Titelrolle in "La Cenerentola" (Chailly/de Simone) an der Oper Bologna und die Despina in einer Muti/de Simone-Produktion von "Così fan tutte" am Theater an der Wien. Ihr Debüt an der Metropolitan Opera gab Bartoli ebenfalls als Despina in einer Neuinszenierung von "Così fan tutte" (Levine/Koenig). Als Rosina im "Il Barbiere di Siviglia" stand sie in Zürich, Barcelona, Hamburg, Rom, Lyon, Houston und Dallas auf der Bühne und als Cenerentola kehrte sie 1997 nach einem Intermezzo in München wieder an die Met zurück, um sie dort unter der Ägide von James Levine in der Inszenierung von Cesare Lievi erstmals auf Bühne dieses Hauses überhaupt zu präsentieren. So entwickelte sich Bartoli zu einem Superstar der klassischen Musik, mit umjubelten Gastspielen, Tourneen und CDs, die sich in Popdimensionen verkaufen.

Das alles aber wäre nicht möglich gewesen, wenn Bartoli nicht von Anfang an mit Neugier und stetem Innovationsdrang an sich und ihrem Repertoire gearbeitet hätte. Sie grub sich in Archive ein, sammelte verkannte und unbekannte Werke zusammen, die sie neben den Hits veröffentlicht. Bartoli ist deshalb nicht nur eine der berühmtesten, sondern auch eine der vielseitigsten Sängerinnen unserer Zeit. Das zeigt sich auch an der prominenten Riege ihrer Begleiter. Sie ist mit zahlreichen großen Dirigenten aufgetreten, darunter Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Christopher Hogwood, James Levine, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Giuseppe Sinopoli und Sir Georg Solti. Seit 1988 steht sie exklusiv bei Decca unter Vertrag und hat seitdem eine Diskografie aufgebaut, die sich sehen lassen kann. Zu ihren Opernaufnahmen zählen Rossinis "Il Barbiere de Siviglia" (Patanè) und "La Cenerentola" (Chailly), Mozarts "La Clemenza di Tito" (Hogwood), Haydns "Orfeo" (Hogwood) sowie ein Gastauftritt mit Luciano Pavarotti und Mirella Freni in Puccinis "Manon Lescaut" (Levine).

Dazu kommen zahlreiche Solo-Aufnahmen, die vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurden. Da sind etwa drei Rossini-Alben ("Arias", "Songs" und "Heroines"), zwei Mozart-Programme ("Arias" und "Portraits", das sich allein in den Vereinigten Staaten mehr als 200.000 Mal verkaufte), die Sammlung "Arie antiche" sowie die Zusammenstellung "Chant d'amour" mit französischen Liedern unter der Leitung von Myung-Whun Chung. Neben dem Deutsche Schallplattenpreis, La Stella d'Oro (Italien), dem Caecilia-Preis (Belgien), dem Diapason d'Or (Frankreich), der Auszeichnung "Beste Klassik-CD des Jahres" (England) und dem niederländischen Edison-Preis wurden Bartoli bereits vier Grammys in der Kategorie "Best Classical Vocal Performance" zugesprochen: 1994 für ihr Album "Italian Songs" mit András Schiff, 1997 für "An Italian Songbook" mit Liedern von Bellini, Donizetti und Rossini mit James Levine am Klavier, 2000 für "The Vivaldi Album", 2001 für "Gluck Italian Arias". Und das "Salieri Album" (2003), das sie gemeinsam mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment unter der Leitung von Adam Fischer aufnahm, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Gesangsaufnahmen der Sparte überhaupt.

6/2005

Quelle: www.klassikakzente.de

Letzte Aktualisierung ( Montag, 15. Januar 2007 )
 
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB