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Geschrieben von Dieter Bub
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Sonntag, 22. Januar 2012 |
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„Schmutzige Hände“, das betagte Stück Jean Paul Sartres gewinnt am Deutschen Theater in der Interpretation von Jette Steckel neue Form und neue Kraft. Die junge Regisseurin wandelt die Auseinandersetzung um den richtigen Weg zur Machtübernahme zum raffinierten Psychogramm. Sie gibt dem Schauspiel, in dem das Wort vom Schau-Spiel und damit von der Selbstdarstellung zitiert wird („ich spiele Verzweiflung, ich bin der tragische Held“), Frische und Spannung. Dieses Ergebnis erklärt sich mit dem Geschick Jette Steckels, die mit Musik raffinierte Akzente setzt und einem variablen Bühnenbild grauer Wände, die sich labyrinthisch verändern, in denen sich die Akteure verirren. Die Darsteller in ihren Beziehungen intensiv, in ständiger gegenseitiger Beobachtung, impulsiv: Ulrich Matthes als führender Kommunist, der mit Bedacht, dem Sinn für politische Realitäten aus emphatischer Menschenliebe den Kompromiss für die politische Zukunft sucht. Sein Gegenspieler Ole Lagerpusch, der junge Fanatiker bürgerlicher Herkunft, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens um jeden Preis der Doktrin der Partei folgt und dennoch versagt. Dazu die beiden Frauen Maren Eggert und Katharina Marie Schubert, die eine die ganz im Dienst der Revolution selbst ihre große Liebe opfert, die andere unpolitisch naiv mit dem Wunsch nach Nähe und Zuneigung. Die politische Botschaft des Stückes zeigt sich in ein paar Schriftmontagen über die Varianten des Ismus vom Humanismus über Fanatismus, Sozialismus bis zum Kommunismus. Und es ist der große Disput zwischen Hugo und Röderer, bei dem es hier um mehr geht als von Sartre einst propagiert – um zeitlose politische Arbeit, die sich an den Realitäten orientieren muss.
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 22. Januar 2012 )
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