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Geschrieben von Dieter Bub
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Mittwoch, 18. Januar 2012 |
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"Also sprach Zarathustra" zu einem Theater-Zuschauervolk, das sich köstlich amüsiert. Ein vergnügliches Kunststück - und eine kuriose Literaturadaption, die ungewöhnlich, wie bei Eugen Onegin, wenn auch auf andere Weise, funktioniert. Nietzsche als Revue, als Musical, als Unterhaltung. Im Studio der Berliner Schaubühne macht der experimentierfreudige Patrick Wengenroth den Nietzsche, zu Beginn mit Leiterwagen, am Ende im langen roten Kleid einer Matrone. Dazwischen ein kurioses Affentheater mit den Texten des Übermensch-Philosophen. Fünf Schimpansen rocken mit dem ersten Song "Treibjagd" drauflos, zelebrieren die Verwandlung von Geist, Kamel, Löwe zum Kinde, spotten über den Mann zwischen 20 und 30 als gefährlichstes Lebewesen mit seinem Kränkungspotential, über die Ehe und zeigen Zarathustra bei seiner Begegnung mit den Waldmädchen. Ein einsamer verquerer Mensch, der sich zergrübelt und mit einer Ansprache an die Gegenwärtigen endet. Dazwischen Musik, die nach Konstantin Wecker, Udo Jürgens oder Reinhard Mey klingt (oder ist?). Das alles wird von sechs Schauspielern mit großer Spielfreude und Lust vorgeführt. Schade nur, daß Patrick Wengenroth sich am Schluß selbst noch einmal als Rezitator und mit zwei Songe präsentieren muss - das dehnt, ist überflüssig und ist am Ende mit Seitenhieben auf die Berliner Theaterszene noch dazu unverständlich. Ansonsten: Nietzsche light als Party.
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 18. Januar 2012 )
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