|
Geschrieben von Dieter Bub
|
|
Freitag, 6. Januar 2012 |
|
Junge - der Erstling von Sebastian Polmans ist ein leises, sanftes, melancholisches Buch von einer berührend faszinierenden Sprache. Es ist die Alltagsgeschichte über einen Jungen. Er lebt an der niederländisch.-deutschen Grenze, hält auf einen Beobachtungsturm Ausschau nach möglichen Waldbränden. Der Blick geht zu einer Kaserne und einen Flugplatz, Eine Maschine steigt auf. Doch das Kind sieht mehr: Falter, einen Wachposten. Plötzlich überfällt ihn ein Dröhnen, ihm wird schwach, seine Augen sind schwer. Im Ort ist Schützenfest. Der Vater trägt eine Uniform mit einem Degen. Die Mutter ist in der Kirchengemeinde engagiert. Am Nachmittag besucht er die Großeltern, die ihm besonders lieb sind. , die Großmutter, die ihm ein T-Shirt flickt, den Opa, der gerade Kaninchen geschlachtet hat. Seinen Dienst Der Junge träumt sich mit einem Atlas in die Ferne, er will nach Tokyo. Die Familie seines Freundes Hiko stammt aus Japan. Dorthin macht er sich auf den Weg, der nur kurz ist. Sebastian Polman läßt den Leser im Ungewissen, er soll selbst ahnen, vervollständigen - und er gerät dabei in immer neue Rätsel, die doch im Alltag zu finden sind. Ein Roman der Saiten anklingen läßt, die weiterschwingen. Das ist wundersam schön. Sebastian Polmans: JUNGE Suhrkamp
|