|
Geschrieben von Dieter Bub
|
|
Sonntag, 20. November 2011 |
Die Wartezeit geht zu Ende. Tugan Sokhiev, der designierte Chefdirigent des Deutschen Symphonieorchesters, gibt in diesem Jahr drei Gastspiele. Das er als Nachfolger von Ingo Metzmacher für diese Position erste Wahl war, zeigte sich erneut bei den Jubiäumskonzerten aus Anlaß des 65. Gründungsjahres. Sokhiev wird mit dem DSO neue musikalische Wege weisen und es mit seiner Intensität prägen. Es war ein französischer Abend, mit dem er sich nun noch einmal vorstellte - drei Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts: Messiaens Meditation "Die vergessenen Opfer", Cesar Francks d-Moll-Symphonie und Chopins 2. Klavierkonzert. Solist: Nikolai Tokarev, ein großartiger Pianist der jungen Generation, federnd leicht, tänzerisch kreisend, zugleich zupackend - und im schwingenden Dialog mit dem Orchester. Sokhiev als ein feinnerviger Begleiter. Dazu dann die beiden Orchesterwerke. Gewaltig Franck`s Werk, neben Saint-Saens symphonischer Aufbruch Frankreichs, im ersten Satz noch stark geprägt von Beethoven, im zweiten Anklänge an die Romantik der Arlesienne-Suite, am Ende der große Jubel für die Grande Nation, die sich wieder findet. Sokhiev erzeugt dabei mit Genauigkeit den großen Spannungsboden, gibt dem Orchester präzise Dynamik und ist zudem als Dirigent auch noch sehenswert. Er vermittelt Aufbruch.
|