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Geschrieben von Dieter Bub
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Donnerstag, 3. November 2011 |
DIE SONNE in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Ein ungewöhnlicher amüsant, eindrucksvoller Erkundungsversuch in 200 Minuten, also mehr als drei Stunden über das Theater. Eine Versuchsanordnung mit den Mitteln des Schauspiels der Erkundungen, Verwandlungen, Befragungen, Illussionen.Ein unterhaltsamer Diskurs des Franzosen Olivier Py, der zugleich als Regisseur ein herausragendes Ensemble geschickt führt. Dazu eine Kulisse unterschiedlicher Spielräume auf der Drehbühne, zu deren zentralen Figuren ein großes Pferd und musikalisch immer präsend Sir Henry am Flügel gehören. Was passiert? Josef, der Autor, schreibt ein Theaterstück, das während der Proben von Axel, dem suchenden lebenshungrigen Poeten immer neu in Frage gestellt, überarbeitet, verändert, entstellt wird. Axel und Josef sind die Kontrahenten, eng miteinander verbunden, aufeinander angewiesen, Partner. Sebastian König und Lucas Prisor geben ihnen scharfe Konturen: Axel, der sich verbrennt, scheitert, neu beginnt, Josef, der den anderen verzweifelt begleitet. Dazu Ilse Ritter, als Josefs Mutter, die Theaterdiva, die den Sohn verachtet, immer in Begleitung junger Männer. Und Uwe Preuss, der Intendant, ohne Illussionen über das Theater, der Unterwerfung und Erfolg fordert - und betrunken einmal zurückfindet in seine Zeit der Besessenheit. Worum geht es? Um die Aufgabe des Theaters im Land, in dem die Sonne verboten worden ist: um Zauber oder Analyse, um Staatsbürgerkunde oder um nichts.Kann Theater die Toten erwecken? Ist es ein Vulkan oder ein Getreidefeld. Was ist Kunst? Die Architektur der Seele. Möglich. Alles bleibt ohne Antwort. Aber es ist ein Abend für alle, die sich immer wieder fragen, warum sie sich auf die Bühne begeben oder ins Dunkel des Zuschauerraums.
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 3. November 2011 )
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