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Braschs Leben
Die Kinder der preußischen Wüste:
Ein Roman – und eine Biografie,
Zeitgeschichte und Lebensgefühl in einer zerrissenen und neu
geformten Welt. Klaus Pohl hat seinem Freund Thomas Brasch ein
ungewöhnliches Buch geschrieben, in dem er uns in die Gesellschaft
von Künstlern mitnimmt, die sich in Leidenschaft, Liebe, in
Lebenslust verlieren und finden, die einander offen ungehemmt,
rücksichtslos und mit großer Zuneigung begegnen. Mit ihnen reisen
wir durch das graue DDR-Berlin nach dem Bau der Berliner Mauer, die
Roberts Vater mit errichtet hat und nach der Niederschlagung des
Prager Frühlings. Robert und seine Freunde verteilen Flugblätter,
werden verhaftet, der Sohn vom Vater verraten und mit Eiswasser
gefoltert, wochenlang verhört, verurteilt, in die Fabrik geschickt.
Und doch nicht zu beugen. Er schreibt. Ein Bessener mit dem der Leser
die Ostberliner Boheme-Szene erlebt. Es bleibt nur ein Weg - der
Weg aus der Diktatur in den Westen, genehmigt von Erich Honecker, der
den Dichter noch als Sohn des Funktionärs kannte.Wir begleiten ihn
und Nora, die Freundin und DDR- Geliebte seines Lebens, die bei
Thomas Brasch Katharina Thalbach war. Die andere Hälfte der Stadt,
die immer unfertig und im Aufbruch alle in sich aufsaugt, Anfang,
Neubeginn, Chancen und Verlorenheit bietet. Die Schaubühne und das
Florian, Kneipen, Saufgelage, das Schillertheater. In diesem Chaos
der andauernden Tage und Nächte Louis, den unersättlich Liebenden,
der, wie einst Robert, Nora verfällt. Nora trägt nicht nur ihre
Vergangenheit im Osten Europas mit sich, sie sucht und findet Neues.
Robert aber liebt Sophie, den Musical – und Filmstar. Rauschhaft,
ungezügelt, berühmt – erhält Robert in New York das Angebot zu
einem 800-Seiten-Buch über sein Leben, eine Arbeit, die ihn
vermögend machen würde, die er aber ablehnt, weil er über Jahre an
Amerika gebunden ohne Deutschland, ohne Berlin nicht leben könnte.
Zurück schreibt er besessen weiter, dreht Filme, veröffentlich,
verglüht sich selbst, stirbt an seiner Unersättlichkeit.
Klaus Pohl hat nun das ungeschriebene
Buch des Freundes verfasst, einen Roman über Thomas Brasch. Er hat
ihm literarisches Denkmal gesetzt und ihm sein Buch geschenkt, das
für uns spannende Lektüre bedeutet.
Klaus Pohl: Die Kinder der preußischen
Wüste
Arche Verlag
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