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Fallada PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Mittwoch, 28. September 2011
Falladas Roman "Jeder stirbt für sich allein" ist in diesem Jahr in seiner volständigen Fassung überraschend zu einem Bestseller geworden - ein sechshundertfünfzig Seiten-Werk, in dem der Widerstand eines einfachen Ehepaares gegen das NS-Regime auf bedrückende, erschütternde Weise geschildert wird. Das Maxim-Gorki-Theater in Berlin, spezialisiert auf Bühnenadaptionen, hat sich diesen Erfolg zunutze gemacht und geschwind daraus ein Dialog - Stück zusammengefügt. Dieser Versuch ist problematisch. Zwar sind die Dialoge Falladas präsent aber die Figuren erscheinen oft überzeichnet, mit immer neuem Rollenwechsel beschäftigt und auch überfordert. Handlungsstränge können in etwas über zwei Stunden nicht ausreichend ausgeführt werden und bleiben so ungenau. Das Böse, Gefährliche der Nazi - und Gestapo-Figuren wird überzeichnet weggeschrien oder persifliert. Um den Unterhaltungswert wohl vor allem für jugendliche Zuschauer zu erhöhen gibt es ein paar Musik - und Tanzeinlagen, wobei die Quangels bei Fallada sich in ihrer Entschlossenheit liebevoll nahe kommen, wie wohl nie zuvor - aber daß sie miteinander tanzen.....
Diese Fallada-Theater-Fassung ist ein Stück für die Deutsch- und Geschichtsstunde. Vom Besuch abzuraten ist allen, die den Roman gelesen haben.  
 
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