Erstaunlich, dass René Pape bislang noch nicht mit einem eigenen Wagner-Album
in Erscheinung trat. Immerhin gilt der Bassbariton aus Dresden weltweit
als einer der führenden Interpreten seines Fachs, der gerade mit den
Bühnencharakteren der romantischen Komponisten Aufsehen erregte.
Überhaupt ist seine Kunst noch wenig systematisch auf CD festgehalten
worden, wohl auch, weil Pape bei all den Engagements gar nicht immer die
Muße hatte, Aufnahmen zu machen. Sein Karriere jedenfalls liest sich
wie ein Musterbeispiel für das nachhaltige Erklimmen der Erfolgsleiter.
Geboren in Dresden, ausgebildet im berühmten Kreuzchor und an der
Dresdener Musikhochschule, debütierte er noch als Student in Mozarts
„Zauberflöte“ an der Berliner Staatsoper. Er überzeugte das Team, so
dass René Pape bereits 1988 fest an das Haus gebunden wurde und in den
folgenden Jahren von Sarastro bis zum König Marke zahlreiche wichtige
Rollen seines Fachs sang.
Schnell sprach sich herum, dass da ein
neuer Bass auf der Szene erschienen ist, der durch außergewöhnliche
Präsenz und Feingefühl für die Ausgestaltung der Rollen auffiel. Und so
kam die Karriere in Schwung. Seit den frühen Neunzigern konnte man René
Pape auf vielen der wichtigsten Bühnen der Opernwelt erleben. Anno 1991
holte ihn Sir Georg Solti als Sarastro zu den Salzburger Festspielen,
drei Jahre später stand er auf Wolfgang Wagners Empfehlung hin in
Bayreuth auf der Bühne. Bald gehörten auch die Mailänder Scala, das
Royal Opera House in London und die Wiener Staatsoper zur
Referenzen-Liste und an der Metropolitan Opera in New York zählte er zu
den Sängern, die regelmäßig Kritik und Publikum verzückten.
Natürlich
hörte man René Pape bald auch auf CD, dort ebenfalls so erfolgreich,
dass er gleich zweimal bei einer mit einem Grammy prämierten Produktion
mitwirkte, beide Male übrigens mit Wagners Opern. Zum einen handelte es
sich um die „Meistersinger von Nürnberg“, die Sir Georg Solti 1998 mit
dem Chicago Symphony Orchestra verwirklicht hatte, gefolgt vom
„Tannhäuser“fünf Jahre später mit der Berliner Staatskapelle unter der
Leitung von Daniel Barenboim. Insofern knüpft auch René Papes
Wagner-Solo-Programm bereits an eine Erfolgstradition an. Denn das Team Barenboim und Pape
ist aufeinander eingespielt und hat neben den Aufnahmen erst vor kurzem
auch Jubel evoziert, als der Dirigent das Rollendebüt des Sänger als
Wotan im „Rheingold“ an der Mailänder Scala begleitete („... ein
herrliches Rollendebüt, das diese Wagnerfigur in den nächsten
Opernjahrzehnten prägen wird“, schrieb damals Die Welt). Demnächst
werden die beiden wieder gemeinsam zu erleben sein, wenn am 17. April die „Die Walküre“ in Berlin in der Oper in der Schillerstraße zu hören ist, mit René Papes Rollendebüt als Wotan dieser Oper.
Es passt daher perfekt, dass sich der Bass mit der faszinierend vitalen Stimme nach dem mit dem Echo-Klassik gekrönten Solo-Album „Gods, Kings & Demons“ (200) in diesen Tagen mit seinem Wagner-Album, Maestro Daniel Barenboim am Pult der Staatskapelle Berlin und dem großen Placido Domingo
als Gast beim „Parsifal“ vorstellt. Drei Arien entstammen der
„Walküre“, ebenfalls drei den „Meistersingern“, außerdem sind vier Arien
aus eben jenem „Parsifal“, das mächtige „Gott grüß euch“ aus dem
„Lohengrin“ und das bewegende „Wie Todesahnung – O du mein holder
Abendstern“ aus dem „Tannhäuser“ zu hören . Das ist Wagner pur, ein
Genuss herausragender Kunst und Interpretation in genialischer
Verbindung.
Das Album ist inklusive digitalen Booklets ist ab sofort auch bei iTunes erhältlich.



