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Grenzwege des DSO PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Dienstag, 12. April 2011

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin präsentiert die Spielzeit 2011|2012
Vier Chefdirigenten und die Themenreihe ›Grenzwege‹ stehen im Zentrum der Saison

 

Auf der Jahrespressekonferenz des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin am 6. April 2011 stellte Orchesterdirektor Alexander Steinbeis in der Hörsaal-Ruine des Medizinhistorischen Museums die Projekte der Spielzeit 2011|2012 der Öffentlichkeit vor. Auch in der neuen Saison präsentiert sich das Orchester mit herausragenden Dirigenten und Solisten. Durch seine Themenkonzerte setzt es in der hauptstädtischen Konzertlandschaft programmatische Akzente und spricht mit Casual Concerts und abwechslungsreichen Konzertformaten neue Hörergruppen an.

Die Themenreihe ›Grenzwege‹ steht im Zentrum der Saison. Sechs Konzerte erzählen in symphonischen und oratorischen Werken sowie in konzertanten Opern von Erfahrungen und Situationen am Rande des Abgrunds. Die Stücke führen an unbekanntem Terrain entlang, verleihen innerer wie äußerer Zerrissenheit Ausdruck. Ingo Metzmacher, Chefdirigent des DSO von 2007 bis 2010, eröffnet die Serie mit Franz Schuberts Oratorienfragment ›Lazarus‹ am 25. September 2011. Es führt die doppelte Grenzüberschreitung zwischen Lebenslicht und Todesdunkel drastisch vor Ohren. Der ungarische Komponist György Ligeti gibt sich hingegen in seiner Oper ›Le grand macabre‹ als Grenzspringer zwischen Tragödie und Komödie und tausend Stilen zu erkennen. Robert Spano dirigiert am 11. Dezember 2011 Auszüge aus diesem Weltuntergangsstück als konzertante Aufführung. Ton Koopman bereichert die Themenreihe am 23. Februar 2012 um barocke Aspekte: Die Suite ›Les Indes galantes‹ von Jean-Philippe Rameau lässt Ländergrenzen vergessen, wechselt die exotischen Schauplätze, nimmt mit auf eine musikalische Weltreise. Daneben beschwört ›Les élémens‹ von Jean-Féry Rebel Chaos und Ordnung der Elemente in geradezu wild-modernen Klängen. Kent Nagano, Chefdirigent des DSO von 2000 bis 2006 und heutiger Ehrendirigent des Orchesters, konfrontiert am 7. April 2012 Richard Strauss’ ›Metamorphosen‹ mit Béla Bartóks abgründigem Seelendrama ›Herzog Blaubarts Burg‹. Glück und Angst, Hoffnung und Untergang liegen hier nahe beieinander. Das zentrale Programm der ›Grenzwege‹-Konzerte dirigiert Hans Graf am 22. April 2012. Mit der konzertanten Aufführung von Puccinis ›Suor Angelica‹ und der halbszenischen Einrichtung von Hindemiths ›Sancta Susanna‹ ist man im »Auge« der Themenreihe angekommen. Beide Opereinakter handeln von Protagonistinnen, die trotz ihres Klosterlebens keine wahre Erlösung erlangen. Skrjabins Tondichtung ›Le poème de l'extase‹, die in Klängen völlige Entgrenzung schaffen möchte, ist den klanggewaltigen Musikdramen gegenübergestellt. Sir Roger Norrington beschließt am 12. Juni 2012 die Serie ›Grenzwege‹ mit Beethovens ›Eroica‹. In seiner Dritten Symphonie sprengt der Komponist kühn die Grenzen der Konvention, indem er das Menschheitsdrama des Prometheus in ein symphonisches Konzept verwandelt.

Zwei weitere Chefdirigenten sind in der neuen Saison neben Ingo Metzmacher und Kent Nagano am Pult des DSO zu erleben: Vladimir Ashkenazy, der in den Jahren von 1989 bis 1999 in Berlin amtierte, und Tugan Sokhiev, der zukünftige »Chef« des Orchesters. Sokhiev gibt mit drei Programmen eine Vorstellung von der Bandbreite seines Repertoires. Am 18.|19. November 2011 dirigiert er ein französisches, am 1.|2. März 2012 ein russisches und am 23. Juni 2012 ein Programm mit starkem englischem Akzent. Auch Kent Nagano steht über seinen Beitrag zur Themenreihe hinaus zwei weitere Male am Pult des Orchesters. Am 26.|27. November 2011 leitet er Dvořáks gewaltiges Chorwerk Stabat mater und am 7. Januar 2012 kombiniert er Schuberts Fünfte Symphonie mit Kompositionen von Berg und Schönberg. Im Mittelpunkt der beiden Programme, die Vladimir Ashkenazy in kurzer Aufeinander­folge am 6. und 8. Mai 2012 dirigiert, stehen zum einen Mahlers Fünfte, zum anderen Schostakowitschs Zehnte Symphonie.

Weiterhin begrüßt das Orchester sowohl in langjähriger Zusammenarbeit verbundene als auch neue Gastdirigenten. Zu den erstgenannten gehören Herbert Blomstedt, Ton Koopman, Sir Roger Norrington, Yutaka Sado und Leonard Slatkin sowie dem DSO-Publikum vertraute Namen wie Jonathan Nott, Sakari Oramo und Manfred Honeck. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Alan Buribayev, Leo Hussain und Eivind Gullberg Jensen. Über die Künstler der verdienten Reihe ›Debüt im Deutschlandradio Kultur‹ hinaus arbeiten David Afkham, Robert Spano und Masaaki Suzuki erstmals mit dem Orchester. Zwei Konzerte im Rahmen des ›Ultra­schall‹-Festivals für Neue Musik dirigieren Matthias Pintscher und Arturo Tamayo.

Zu den Solisten der Saison 2011|2012 zählen namhafte Sängerinnen und Sänger wie die Sopranistinnen Melanie Diener, Barbara Frittoli, Véronique Gens, Anu Komsi, Marlis Petersen, Elin Rombo, Simona Šaturová und Krassimira Stoyanova, die Mezzosoprane Tanja Ariane Baumgartner, Lioba Braun, Martina Janková, Ewa Podleś und Renata Pokupić sowie Pavol Breslik, Graham Clark, Steve Davislim, Werner Güra und Lothar Odinius im hohen, Gerald Finley, Matthias Goerne, Thomas J. Mayer und Roberto Scandiuzzi im tieferen Fach der Männerstimmen. Als Violinvirtuosen sind eingeladen Lisa Batiashvili, Joshua Bell, Arabella Steinbacher und Thomas Zehetmair. Weiterhin zu Gast sind die Bratschistin Tabea Zimmermann und die Cellisten Steven Isserlis, Truls Mørk und Jan Vogler. Die Pianistinnen und Pianisten sind vertreten durch Jean-Efflam Bavouzet, Evgeni Bozhanov, Khatia Buniatishvili, Martin Helmchen, Hüseyin Sermet und Nikolai Tokarev. Besondere Glanzpunkte versprechen die Auftritte von Organist Cameron Carpenter zum Saisonauftakt (13.9.) und des Trompeters Sergei Nakariakov im Rahmen der Silvesterkonzerte. Die bewährten Kooperationen mit den vokalen Spitzenensembles Rundfunkchor Berlin und RIAS Kammerchor, beide wie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin Ensembles der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (roc berlin), erfahren ihre Fortsetzung.

Auch in der Saison 2011|2012 führt das DSO seine Casual Concerts fort. Wieder sind es drei Konzertprogramme, die in der Philharmonie zum Einheitspreis bei freier Platzwahl in kompakter Länge vom Dirigenten nicht nur geleitet, sondern auch moderiert werden. Kein Geringerer als der Initiator dieses in Berlin einzigartigen Konzertformats, Ingo Metzmacher (26.9.), eröffnet die Reihe mit Schuberts ›Lazarus‹-Fragment. Und auch die anderen beiden Casual Concerts erweitern den Blick auf das Saisonthema ›Grenzwege‹. So stellt Hans Graf (23.4.) Hindemiths Oper ›Sancta Susanna‹ in Kombination mit Skrjabins ›Le poème de l’extase‹ und Sir Roger Norrington (13.6.) Beethovens ›Eroica‹ vor. Im Anschluss an die Konzerte findet der Abend in der After Concert Lounge seine Fortsetzung. – Darüber hinaus, ist das DSO in sechs Kulturradio-Kinderkonzerten für die Sechs- bis Zwölfjährigen im Großen Sendesaal des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) an der Masurenallee zu erleben.

Für die Kammermusik hat sich die Villa Elisabeth als attraktiver Spielort in Berlin-Mitte etabliert. Auch in der Spielzeit 2011|2012 finden hier sechs Konzerte in dem historischen Galeriesaal statt. Ebenfalls auf große Resonanz gestoßen ist die Kammerkonzertreihe ›Notturno‹, die das Orchester partnerschaftlich mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter dem Patronat von Präsident Prof. Dr. Hermann Parzinger veranstaltet. Zu nächtlicher Stunde lädt das DSO wieder in drei besondere Räume der Berliner Museen und Bibliotheken ein. Zum Klassiker geworden ist die Reihe ›Klassik im Grünen‹. Zu drei Terminen finden im Sommer 2011 Soireen im Botanischen Garten statt. Auf weithin großen Zuspruch ist auch das im Dezember 2010 in Zusammenarbeit mit dem Institut français und Concentus Records ins Leben gerufene Klassiklunch ›La bonne heure‹ gestoßen. Daher werden auch zukünftig jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat im Maison de France am Kurfürstendamm Kammerkonzerte mit Mitgliedern des DSO und mit musikalischen Gästen veranstaltet.

Neben den Konzerten in Berlin präsentiert sich das DSO mit zahlreichen Gastspielen im In- und Ausland. Im Juni 2011 residiert es bei den Pfingstfestspielen im Festspielhaus Baden-Baden unter der Leitung von Stefan Soltesz mit Richard Strauss’ Oper ›Salome‹ in der Regie von Nikolaus Lehnhoff. Noch vor dem Berliner Saisonauftakt gastiert das DSO vom 27. August bis 3. September 2011 unter Philippe Jordan bei renommierten Sommerfestivals: den Brandenburgischen Sommer­konzerten, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Settimane Musicali di Ascona und dem Festival de Musique Classique Montreux-Vevey. Für den Zeitraum vom 22. Oktober bis 6. November 2011 plant das Orchester eine Japan-Tournee mit Konzerten an zehn Orten mit Yutaka Sado. Weitere Gastkonzerte mit den Dirigenten Kent Nagano, Jonathan Nott und Leonard Slatkin führen das DSO in die Philharmonien von Köln, Essen, Hamburg und München, in die Tonhalle Düsseldorf, das Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen, zum Heidelberger Frühling, in den Musikverein Wien und den Kuppelsaal Hannover. Mit Vladimir Ashkenazy gibt das Orchester zwischen dem 13. und 19. Mai 2012 im Rahmen einer Südamerika-Tournee drei Konzerte in São Paulo und zwei in Buenos Aires. Mit Auftritten bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern (24.6.), dem Rheingau Musik Festival (28.6.) und dem Kissinger Sommer (29.6.) beschließt das DSO die Konzertsaison unter seinem Designierten Chefdirigenten Tugan Sokhiev.

Das DSO gibt in der Spielzeit 2011|2012 insgesamt 88 Konzerte: 55 Konzerte in Berlin – davon 30 Symphoniekonzerte, 3 Casual Concerts und 2 Konzerte der Reihe ›Debüt im Deutschlandradio Kultur‹ in der Philharmonie, 2 Konzerte im Rahmen des ›Ultraschall‹-Festivals und 6 Kinderkonzerte im Großen Sendesaal des rbb sowie
12 Kammerkonzerte an unterschiedlichen Spielstätten – und 33 Gastspielkonzerte.

 

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 12. April 2011 )
 
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