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Dienstag, 29. März 2011 |
SEIN ODER NICHTSEIN Nick
Whitby Komödie nach dem Film „To Be or Not To Be” von Ernst
Lubitsch. Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior
Lengyel. Koproduktion mit dem Narodowy Stary Teatr w Krakowie. Gefördert
im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes.
Berliner
Premiere am Donnerstag, 14. April 2011 um 19.30 Uhr im Maxim Gorki Theater
Berlin Die Premiere im Narodowy Stary Teatr w Krakowie war am 27.
März 2011.
Warschau 1939: Im Teatr Polski finden die Proben zu einer
Nazi-Satire statt. Aus Rücksicht auf den deutschen Nachbarn wird das Stück
jedoch von der polnischen Zensurbehörde abgesetzt. Man spielt wieder „Hamlet“
und das berühmte Schauspieler-Ehepaar Josef und Maria Tura lebt weiter sein
erfolgreiches Theaterleben zwischen Verführung und Eifersucht. Gerade will der
junge Verehrer Stanislaw Sobinsky Maria dazu überreden, sich von ihrem Mann zu
trennen, als die deutsche Wehrmacht Polen überfällt. Stanislaw geht in den
Widerstand, zum polnischen Geschwader der Royal Air Force. Durch Zufall erfährt
er in London, dass Professor Silewski als Spion mit geheimen Informationen über
den polnischen Untergrund auf dem Weg zur Gestapo nach Warschau ist. Stanislaw
wird nach Warschau eingeschleust, um die Katastrophe zu verhindern. Sein erster
Weg führt zu Maria und ihrem eifersüchtigen Ehemann … Als Lubitschs 1942
entstandene Filmkomödie wenige Jahre später in die Kinos kam, musste sich der
Regisseur gegen den Vorwurf verteidigen, er mache sich über Polen lustig und
verharmlose das Grauen des Zweiten Weltkriegs. Der Filmwissenschaftler Georg
Seeßlen verweist indes auf die „historische Unschuld“ des Films, bei dessen
Entstehung das wahre Ausmaß des nationalsozialistischen Vernichtungswillens noch
nicht abzusehen war. Das virtuose, hochkomische Spiel mit Klischees und
Stereotypen, mit dem „Sein oder Nichtsein“ die Mechanismen einer totalitären
Schreckensherrschaft offenlegt, hat – ähnlich wie Chaplins Hitler-Satire „The
great dictator“ – bis heute nichts von seiner Faszination
eingebüßt.
Es spielen: Anka Graczyk (Regisseurin
Dowasz), Sabine Waibel (Maria Tura); Wilhelm Eilers (Professor Silewski), Frank
Israel (Rowicz), Johann Jürgens (Grünberg), Ronald Kukulies (Josef Tura), Hans
Löw (Stanislaw Sobinsky), Holger Stockhaus (Gruppenführer Erhardt), Martin
Otting (Sturmführer Schulz), Horst Westphal
(Bronski).
Regie: Milan Peschel Bühne und
Kostüme: Magdalena Musial Dramaturgie: Andrea
Koschwitz
Teil der künstlerischen Kooperation
beider Theater ist auch das Projekt KRAKÓW-BERLIN-XPRS, das am 11.
Juni 2011 während einer zehnstündigen Zugfahrt von Krakau nach Berlin zur
Aufführung kommt. Gäste des KRAKÓW-BERLIN-XPRS erhalten Gelegenheit, am Vorabend
der Fahrt, am 10. Juni 2011, im Stary Teatr Krakau die polnische Inszenierung
von „Sein oder Nichtsein“ bzw. am Abend nach der Fahrt, am 11. Juni 2011, im
Maxim Gorki Theater Berlin die deutsche Version zu
sehen.
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