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Holofernes Ende PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Dienstag, 22. März 2011
Despoten, Fernherren, Eroberer, Unterdrücker waren und sind sich zu allen Zeiten gleich - erbarmungslos, machtbesessen vernichten, verwüsten, töten, vergewaltigen sie und rechtfertigen sich mit ihrer Stärke, ihrer Berufung, ihrem Status, ihrer Überlegenheit aber auch mit der Unterwerfung und der Angst der Opfer.
Holfernes stirbt durch die Hand einer Frau - sie dringt zu ihm vor, läßt sich von ihm vergewaltigen, manipuiert ihn mit Lüge und Rafiness und ermordet ihn: Judith.
Die Begegnung der beiden ist die Stärke der Inszenierung von Adreas Kriegenburg aim Deutschen Theater - ein Akt von Raserei und Besäufnis, in dem der Feldherr erst alle seine Getreuen tötet, sich ihre Mäntel überstülpt, die ihm zur Last werden, sich dann wankend, volltrunken, über Judith hermacht, sie demütigt und schließllich auf sein Todeslager abschleppt. Der Kampf dieser beiden und Judiths Weg in den Wahnsinn, das macht diesen Abend zum Ereignis.   Katharina-Maria Schubert und Alexander Khuon  spielen sich intensiv impulsiv in ihr Ende. Sehens-, hörenswert. Hochdramatisch, spannend.
Aber: Man muss sich diesen zweiten Teil geduldig verdienen. Die ersten anderthalb Stunden sind eigenartiges Deklamiertheater, dessen Intention verschlossen bleibt. Kriegenburg experimentiert mit vertrauten Versatzstücken. Er beginnt mit  schnellen  Bildfolgen zum Thema Krieg, wirft  Dias an die Rückwand, unter anderem mit Gadaffi und dem amerikanischen Präsidenten, zerstörten Panzern, einem Tagesschausprecher, er läßt Militärjetgetöse durch den Saal jagen, die Rückwand wird von den Akteuren mit schwarzer Farbe und Ornamenten angestrichen - dann werden die Ensemblemitglieder zu winselnden Boten von Ländern, die sich unterwerfen, später sind sie die hungernden ausgemergelnden Israelis, die ihr Schicksal beklagen, nach einem Ausweg suchen, der Vernichtung harren, totengrau zerren sie an einem gewaltigen Leichentuch, Verzweiflungsausbrüche und ein großes Zittern, das wir mit Abstand betrachten. Kriegenburg hat hier der Kraft Hebbels mißtraut und erst nach der Pause zur Kraft dieses Schauspiels gefunden.   
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 22. März 2011 )
 
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