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Geschrieben von Dieter Bub
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Sonntag, 20. März 2011 |
Große Emotionen beim zweiten Konzert Kent Naganos mit dem Deutschen Symphonie-Orchester in diesem Frühjahr. Der amerikanische Dirigent mit japanischem Ursprung, im Herzen auch ein Berliner, begann mit einer bewegenden Ansprache der Anteilnahme mit dem Schicksal der Menschen im Katastrophengebiet, gerichtet an den japanischen Botschafter unter den Besuchern, an die Zuhörer im Saal, die Berliner und die Deutschen. Unbeherrschbar sei die Natur und der Mensch nur unscheinbar. Dieses Konzert solle ein Zeichen der Verbundenheit sein. Es wurde ein großer Abend voller Hinwendung und Leidenschaft. Das Programm mit einem spannungsreichen Kontrast: Wolfgang Riehms "Das Gehege" nach Botho Strauß und Anton Bruckners Symphonie Nr.7, eine Zusammenstellung, die sich bereits in München als erfolgreich erwiesen hatte, wohl deshalb, weil beide Werke das Dramatische vereint. Riehm bezieht sich in seinen Kompositionen nach eigener Aussage auf Beethoven, Mahler, Hartmann - und Bruckner "Musik als sprechenden Übergang ins Unsagbare". Das Gehege als nächtliche Szene aus dem Schlußchor von Botho Strauß ist die Geschichte einer Frau, die sich nachts einem Steinadler darbietet, sich ihm hingeben will, verschmäht wird. Ihre Obsession schlägt in Hass und Vernichtung um. Das hochdramatische Werk wurde von Ayanne Dupuis vorgetragen, nicht nur sängerisch packend, auch beklemmend in ihrer Darstellung, von Nagano und dem DSO mit großer Spannung geleitet. Dazu Bruckners drängende Siebte, kontrastierend von Nagano zupackend differenziert dargestellt. Seine sich immer weiter steigende Orchesterherrschaft und Faszination ist meisterhaft. Lang anhaltende Ovationen für alle.
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