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Der Freischütz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 2. Januar 2011
Der Freischütz als großer opulenter Film.

"Der Freischütz", eine der beliebtesten deutschen Opern, kommt ins Kino. An historischen Schauplätzen beschwört der Film den Geist der Romantik. Warum jetzt, warum so?

Die Filmoper

Besprechung : Die Zeit:


Die Filmoper "Der Freischütz" will Romantik in der Natur statt auf der Bühne vermitteln

Hörner blasen Quinten in die deutsche Waldeinsamkeit. Sanft rauschen die Buchen, sonst regt sich nichts. Von Ferne hallen Schüsse: Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen? Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen. Nichts da, kein Schützenfest. Hier ist Krieg. Preußen will sich von der Herrschaft Napoleons befreien. Dresden ist das Zentrum der französischen Besatzer, entsprechend hart umkämpft ist das Gebiet.

Carl Maria von Weber hat seine Oper Der Freischütz in der Mitte des 17. Jahrhunderts angesiedelt, kurz nach dem dreißigjährigen Krieg. Nun kommt eine Filmfassung in die Kinos und verschiebt die Waidmannsgeschichte um Max und Agathe, Kaspar und den Teufel rund 150 Jahre in Richtung Gegenwart.

Der Opernregisseur Jens Neubert verlegt die Handlung in die Zeit der napoleonischen Kriege und dreht die Filmszenen an Originalschauplätzen der epochalen Ereignisse. Dresden, Bielatal, Miltitz, Moritztal – da schlägt das Herz des Heimatkundlers höher.

Überraschend ist der Transfer nicht. Weber hat genau zu dieser Zeit sein Werk komponiert und im sächsischen Elbtal gelebt. In seinem Freischütz, 1821 uraufgeführt, spiegelt sich die Restauration nach dem Wiener Kongress, die Rückbesinnung aufs Nationale. So galt Webers Singspiel schnell als "erste deutsche Nationaloper" und wurde Richard Wagner zum Vorbild für seine Gesamtkunstwerke.

Mit monumentalen Landschaftsszenen beschwören Jens Neubert und sein Kameramann Harald Gunnar Paalgard den Geist der Romantik. Fast meint man, Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer winke herüber. Alles sehr stimmig und historisch korrekt inszeniert.

Auch das musikalische Ensemble macht seine Sache gut. Daniel Harding dirigiert das London Symphony Orchestra, der Rundfunkchor Berlin zeigt gewohnte Qualität und die prominenten Solisten können zumindest stimmlich überzeugen. Juliane Banse gibt eine einfühlsame Agathe (derzeit auch am Festspielhaus Baden-Baden), Michael Volle einen hinterlistigen Kaspar und die erst 23-jährige Regula Mühlemann ein erfrischendes Ännchen.

Kommentar - Dieter Bub

Der Freischütz als Kinofilm - eine gelungene  Adaption der Geschichte Carl-Maria von Webers, die hier in der  Zeit der napoleonischen Kriege spielt, der Befreiung von der Fremdherrschaft. Es herrscht Krieg, auf dem Feld die Leichen der Getöteten, gefleddert. Max hat überlebt, geblieben sind ihm ein Amulett und die Hoffnung auf eine Zukunft mit der geliebten Agathe, die ihn und nicht seinen Widersacher erwählt hat. Dann über zweieinhalb Stunden die dramatischen Ereignisse über die vom Teufel geweihte Freikugel, mit der Agathe den Tod finden soll. Der Film schafft mit Landschaftsaufnahmen wie von Caspar David Friedrich, Szenen aus dem Leben im Schloss und im Leben der einfachen Leute und der Soldaten eine intensive Stimmung. An Originalschauplätzen in Moritzburg, rund um Dresden und in der sächsischen Schweiz gedreht wird ein sängerisch als auch schauspielerisch eindrucksvolles Ensemble aufgeboten. Was fehlt ist eine kurze zeitgeschichtliche Einführung zu Beginn des Films als Orientierung.
Nach schrecklichen Verunstaltungen des "Freischütz" auf der Bühne - vor Jahrzehnten mit einer katastrophalen Deutung von Ruth Berghaus und nach einer mißlungenen Inszenierung vor zwei Jahren an der Deutschen Oper in Berlin ist dieser Film eine optische und musikalische Wohltat.

























































Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 2. Januar 2011 )
 
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