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Rom - das ist eine immerwährende Wallfahrt von Dichtern, Malern, Architekten, Archäologen, Pilgern, Italien-Süchtigen, und massenhaft Touristen, die hier sich hier ahnungs- und kenntnislos umsehen, wie in London, Paris, Amsterdam, Athen. Über Rom gibt es Bücher, mit denen sich Bibliotheken füllen lassen. Zu den lesenswerten Neuerscheinungen gehört AROMA, Ein römisches Zeichenbuch von Durs Grünbein. Es sind Zeichen, Wegweiser in die Vergangenheit und aus ihr wieder zurück. Erkundungen eines Stipendiaten der Villa Massimo, der sich in Lyrik und Erzählung die Stadt aneignet, ihr nachspürt, sie erkundet und sie zu verstehen versucht, ihr "bittres mehlstumpfes Aroma" schmeckt, den Staub des Forums, aufgewirbelt von den Pilgermassen. Grünbeins Expeditionen führen durch Keller und Katakomben, durch die Kulissen von Jahrtausenden Baukunst, in die einzige Straße Piranesis, in verborgene Villen, zu den Verliebten an die Brunnen der Stadt, an den Tiber, wo alles begann und zur Großaudienz des Heiligen Vater, des Deutschen mit der brüchigen Stimme. Dabei ist Grünbein kein archäologischer Gedankenschürfer sondern ein gegenwärtiger Entdecker. Er sieht die immer neuen Funde von Gewölben, Fresken, Statuen beim U-Bahn-Bau, er beschreibt die abscheuliche Werbung, eine Strandbar in Ostia und wir verdanken ihm die Begegnungen eines Joggers - des Joggers Grünbein? -im Park der Villa Torlonia, die Beobachtung eines erschöpften Afrikaners an der Straße der Kaiserforen. Inmitten dessen Juvenals dritte Satire übersetzt und dazu eine Abhandlung über Bruder Juvenal und dessen überzeitliche Modernität. Dies sicher der schwierigste Teil von Aroma, weil er viel voraussetzt und viel verlangt.
Aroma ist eine angenehme, spannende, unterhaltsame und vor allem künstlerisch anspruchsvolle Reise nach Rom - in dem der Leser sich und seine Reiseerinnerungen wiederfinden kann.
Durs Grünbein - AROMA Ein römisches Zeichenbuch Suhrkamp
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