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Geschrieben von Administrator   
Montag, 6. September 2010

IFWUALA
Try Out 1 - Eine argentinisch-deutsche Performance
Ein Projekt von Lara Kugelmann und Jürgen Berger

Gastspiel am 13., 14., 17., 18. und 19. September 2010, jeweils 20.15 Uhr im Gorki Studio

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 7 Euro. Tickets unter Tel. 030 - 20221115 und www.gorki.de

Die Wichí-Indianer im Norden Argentiniens sind Jäger und Sammler. Ihre Lieder, Tänze und Geschichten allerdings, mit denen sie ihre Kultur und ihr Leben von Generation zu Generation weiter erzählen, drohen allmählich verloren zu gehen. Für die Choreographin Lara Kugelmann und den Kulturjournalisten Jürgen Berger war das der Anlass, zusammen mit dem ältesten noch aktiven europäischen Tänzer Harald Beutelstahl ein Performanceprojekt zu starten. Harald Beutelstahl wurde 1936 in München geboren und ließ sich zum Tänzer ausbilden. Ab 1957 war er an der Bayerischen Staatsoper zu sehen, bevor er 1960 von Erich Walter an die Bühnen Wuppertal engagiert wurde. 1962 bis 1964 arbeitet unter Peter van Dyck an der Hamburgischen Staatsoper und wurde danach in Köln und Helsinki engagiert. 1970 kam er in das Ensemble von Johann Kresnik, bei dem er noch 1995 an der Volksbühne Berlin tanzte. Seit 2000 gastiert er am Düsseldorfer Schauspielhaus, der Deutschen Oper am Rhein, dem Nationaltheater Mannheim und Staatstheater Karlsruhe.
Könige ohne Land
In ihren Liedern erinnern sie sich noch, wie es war, als sie das Wild jagten, mit dem sie ihre Familien ernährten. Heute sind die Wichí Könige ohne Land. Geblieben sind Geschichten, mit denen die letzten Schamanen der indigenen Gemeinschaften im Norden Argentiniens ihre Erinnerung singen und tanzen und von ihren Ursprüngen erzählen. Nento etwa lebt in der Siedlung Santa Victoria Este in der Nähe des Pilcomayo. Er ist Fischer, im Grenzfluß zu Paraquay allerdings kommen Fische immer seltener vorbei. Die Mythen seines Stammes dagegen sind noch da. Er hat sie dem Tänzer Harald Beutelstahl erzählt, als der mit seinen Erinnerungen im Gran Chaco unterwegs war und den Wichí erzählte, welche Lieder übrig sind am Ende eines langen Tänzerlebens.
Bei diesem sich in mehreren Stufen entwickelnden Work in Progress stehen Berlin, Buenos Aires und die subtropische Landschaft rund um Santa Victoria Este Pate für verschiedene Lebensentwürfe und Gesellschaftsmodelle. Argentinische und europäische Sänger, Tänzer und Schauspieler verhandeln ihr Leben und ihre Kultur. Es geht um die Mythen der Kulturen und wie sie sich in alltäglichen Erfahrungen niederschlagen, sich verändern.
Während der ersten Begegnungen und Proben in Santa Victoria Este ist eine Fülle an szenischem Material entstanden, das in der Performance zur Bild-, Text- und Klangfläche wird, gleichzeitig aber auch ein Zeitzeugnis der beteiligten Wichí-Indianer ist. Nach dem ersten Try Out in Berlin wird IFWUALA weiter entwickelt und 2011 in Buenos Aires, der nordargentinische Provinzhauptstadt Salta und in Brasilien gezeigt.

 
Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds und Goethe Institut Buenos Aires
Letzte Aktualisierung ( Montag, 6. September 2010 )
 
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