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Geschrieben von Administrator   
Montag, 23. August 2010

Schlachtfeld Erde

 

Der Publizist und Militärstratege Gwynne Dyer konfrontiert den Leser mit erschreckenden Zukunftsbilder, mit den drohenden Klimakriegen im 21. Jahrhundert.

Bereits in seiner Einleitung zu diesem aufrüttelndem Buch schreibt er:

Wir müssen unsere Wirtschaft vollständig dekarbonisieren, und wenn wir es bis zum Jahr 2050 nicht geschafft haben, die Emmission von Treibhausgasen auf Null zurückzufahren, und am besten bis 2030 bereits eine Reduktion um 80% erreicht haben, dann wir die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts eine Zeit werden, in der zu leben sich keiner wünschen würde.“

Dyer ist skeptisch, dass dieses Ziel erreicht werden kann.

Er präsentiert Szenarien, mit denen die Menschheit sich selbst vernichtet:

USA 2029;Nordindien 2036;China 2042.

Er geht von der Annahme aus, dass der Temperaturanstieg in den kommenden Jahrzehnten die kritische Zwei-Grad-Marke übersteigen könnte – und vieles deutet nach seinen Recherchen darauf hin. Schließlich gibt es Unwägbarkeiten, die noch nicht erforscht und nicht zu prognostizieren sind.

Dyer bringt einen anschaulichen Vergleich: der Temperaturanstieg im Menschen von 36,5 auf 39 Grad bedeutet Fieber,auf 41 Grad bedeutet er den Kollaps. Der Unterschied: der Anstieg der globalen Erwärmung ist nachträglich nicht zu korrigieren. In seinen Szenarien schildert er für die Zeit nach 2013 mögliche Naturkatastrophen wie die Überschwemmungen des Nildeltas und der Flüsse in China und Indien. Inzwischen aber erleben wir die Flut in Pakistan, von der 80 Millionen Menschen betroffen sind und die Überflutungen in China.

Gibt es Hoffnung? Vielleicht. Dyer ist davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren ernst zu nehmende Schritte zur Verminderung der Emissionen geben wird, er zweifelt aber wohl zu Recht an einer 80-prozentigen Reduzierung bis zum Jahr 2030. Dabei bleibt keine Zeit – die Folgen des Klimawandels treten viel schneller ein, als erwartet.

Vernunft?

Nur Existenzangst und Not könnten etwas bewirken. Gwynne Dyler ist pessimistisch. Sein Buch ist ein dringender Appell, denn es ist längst nicht mehr fünf vor Zwölf! Eine Pflichtlektüre für alle Politiker als auch für Unternehmen, die mit ihrer grenzenlosen Vernichtung von Natur und Ressourcen den Wahn vom unendlichen Wachstum verkünden. Sie werden so nicht nur uns sondern sich selbst zerstören.

 

Gwyyne Dyer:

Schlachtfeld Erde

Klimakriege im 21. Jahrhundert

Klett-Cotta

 

 
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