spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
Home
Luther-Zwerge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Montag, 23. August 2010

Luther im Zwergenreich

 

Friedrich Schorlemmer, der streitbare Wittenberger Theologe ist empört. Während die Denkmale von Luther und Melanchthon auf dem Marktplatz zur Restaurierung in die Werkstatt kamen, sind mittlerweile 800 kleiner Lutherfiguren aufmarschiert, eine Zwergenarmee in Ein-Meterr-Format in schwarz, rot, blau und grün, das Stück für 250 Euro feilgeboten. Diese Mini-Luthers werden als „Botschafter“ propagiert. Ein geringer Teil wird für besondere Persönlichkeiten reserviert, die Bürgermeister von Parnerstädten, vielleicht Bundespräsident und Bundeskanzlerin. Für die Mehrzahl werden sich ganz sicher genug Interessenten, die den Miniluther in ihrer Firma oder auch in Privathäusern platzieren. Auch Superintendent Torgelow findet das Projekt super und will 800 Wittenberger Bürger hinter den 800 Luthers platzieren. Sollte das nicht gelingen will der Gottesmann eine Runde Wiener Würstchen ausgeben – gewissermaßen eine Wurstiade für Bruder Martin. Der Lutherdekaden-Beauftragte (so etwas gibt es!) hatte denn auch die Idee und ließ sie vom selbst ernannten Aktionskünstler – Otmar Hörl – realisieren. Hörl ist mit Dürer-Hasen, Wagner-Hunden und Hitler-Zwergen ein Spektakel-Spezialist, also genau der Richtige für Massen-PR, der nun, Luther sei Dank, eine eigene Galerie in der Lutherstadt eröffnet. Alles ist möglich. Personenkult gehört nun mal zum Geschäft, ob für Hitler, Stalin, Lenin, Mao, alle Heiligen und alle Päpste. Wer einmal in Rom war, weiß Bescheid. Für Wittenberg gilt:Von der katholischen lernen, heißt gewinnen lernen, PR, Aufmerksamkeit und Umsatz. Die Sache hat nur einen Haken. War Luther nicht ein Reformator, der gegen das große Gebaren der katholischen Kirche zu Felde zog? Gemach, liebe evangelische Gemeinde, ohne Show läuft heute gar nichts!

 

 

 
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB