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Freiburger Jubiläum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Montag, 26. Juli 2010
Das Theater Freiburg wird 100! Die kommende Spielzeit ist Jubiläumsspielzeit, und unsere Zuschauer erwartet ein überbordendes Programm in allen Sparten.

Zur Eröffnung geht die Bühne aus der Stadt hinaus ins Umland: In St. Georgen/Schwarzwald erarbeitet Regisseur Uli Jäckle gemeinsam mit Schauspielern und der Bevölkerung des Ortes ein Stück über das Verschwinden der Arbeit in Zeiten der Globalisierung, "Die große Pause". Anschließend laden wir ein, in Freiburg den kompletten Zyklus von Wagners "Ring des Nibelungen" zu erleben. Beginnend mit dem 8. Oktober folgt dann ein Festwochenende mit Premieren im und ums Theater herum, mit Vorträgen, Festen und Kunstprojekten.

 

Theater Freiburg September 2010

PREMIERE

PREMIERE SA. 18.9.10, 15 Uhr, St. Georgen/Schwarzwald

DIE GROSSE PAUSE

Eine U(h)raufführung zum Verschwinden der Arbeit

In den ehemaligen Staiger-Werken (St. Georgen/Schwarzwald)

Im Jahr 1973 war der Familienbetrieb Staiger aus St. Georgen im Schwarzwald ganz oben. Mit der Erfindung einer für die breite Masse erschwinglichen Quarzuhr hatte er eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt erobert. Das ging nur über stetige Optimierung aller Produktionsprozesse bei gleichzeitiger Verbilligung der Produkte. Eine Arbeitsweise, die ihren Preis hatte. Das Ende der Uhrenindustrie im Schwarzwald war vorgezeichnet. Auch Staiger konnte dem selbst induzierten Preis- und Rationalisierungsdruck nicht mehr standhalten. Im Jahr 2000 meldete die Firma Konkurs an. »Alle von der Geschäftsführung ergriffenen Maßnahmen zur Einschränkung und Vereinfachung dienen ausschließlich dem Ziel, die Existenz der Betriebsgemeinschaft zu sichern«, hatte es immer geheißen. Trotzdem sind und bleiben die ehemaligen Arbeitsplätze verschwunden. Was bleibt, ist eine gemeinsame große Pause, die zur Grundverabredung dieses Theaterstücks wird. Kann sie auch nach dem Verschwinden der Arbeit als sozialer Mittelpunkt funktionieren? Wohin haben uns Firmenentwicklungen wie die von Staiger bis heute geführt? Und wie sieht unsere Arbeit in Zukunft aus? Bis zum Jahr 2009 standen die ehemaligen Betriebshallen leer. Nun erfahren sie eine Neubelebung: Texte aus der ehemaligen Betriebszeitung »Das Pendel«, die Reinhard Jäckle – ehemaliger Vertriebsleiter der Firma – von 1965 bis 1991 jährlich herausgegeben hat, dienen als Grundlage für eine Inszenierung vor Ort. Gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern der Firma Staiger, zahlreichen Bürgern aus St. Georgen und Umgebung sowie Schauspielern des Theater Freiburg und Gästen erzählen wir eine Geschichte vom Wandel der Arbeit. Die betriebseigene Fußballmannschaft, gemeinsame Skiwanderungen und ausgiebig gefeierte Firmenjubiläen lassen den Geist dieses Familienbetriebes wieder aufleben.

Regie: Uli Jäckle / Textbearbeitung: Jürgen Reuß / Bühne: Thomas Rump

Kostüme: Elena Anatolevna / Musik: Thomas Seher / Dramaturgie: Carolin Hochleichter

Produktionsleitung: Sascha Flocken / Mit: Lena Drieschner, Johanna Eiworth, Luzia Schelling; Florian Brandhorst, Matthias Buss, Arnd Heuwinkel, Martin Weigel; ehemaligen Mitarbeitern der Fa. Staiger und zahlreichen Mitspielern aus St. Georgen und Umgebung

Anfahrt St. Georgen/Schwarzwald:

Mit dem Bus: Jeweils 90 Minuten vor Vorstellungsbeginn (d.h. samstags um 13.30 Uhr und sonntags um 9.30 Uhr) fährt ein Shuttle-Bus vor dem Haupteingang des Theater Freiburg ab. Bustickets im Vorverkauf für 12,- € an der Theaterkasse.

Mit der Bahn: samstags: Freiburg ab 12.03 / 13.07 – St. Georgen an 13.57 / 14.53; St. Georgen ab 17.58 / 19.03 – Freiburg an 19.55 / 20.55.

Sonntags: Freiburg ab 8.03 / 9.03 – St. Georgen an 9.57 / 10.53; St. Georgen ab 13.58 / 15.03 – Freiburg an 15.55 / 16.56 umsteigen jeweils in Offenburg, 5 Min. Fußweg vom Bahnhof zum Gelände der ehemaligen Fa. Staiger.

Mit dem Auto Ab freiburg: B31 in Richtung Titisee/Neustadt, über Buchenbach der B500 bis Furtwangen folgen. In Furtwangen auf die L175 abbiegen und dann der Beschilderung nach St. Georgen folgen.

VVK in St. GeorgeN: Tourist Information im Rathaus, Hauptstr. 9, Tel. 07724 / 87194

MUSIKTHEATER

DER RING DES NIBELUNGEN

Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend

von Richard Wagner

Das Rheingold Di. 21.9.10, 19.30 – ca. 22 Uhr

Die Walküre Mi. 22.9.10, 17 – ca. 21.40 Uhr

Siegfried Fr. 24.9.10, 17 – ca. 21.45 Uhr

Götterdämmerung So. 26.9.10, 15 – ca. 20.30 Uhr

Einführung: 1/2 Stunde vor Beginn im Winterer-Foyer

Gefördert durch die TheaterFreunde Freiburg, die

EXCELLENCE-INITIATIVE der Theater Freunde

und den Richard-Wagner-Verband Freiburg

Zum Hundertsten den »Ring«: Das Theater Freiburg bringt gleich zu Beginn der Jubiläumsspielzeit 2010/11 Richard Wagners »Ring des Nibelungen« auf die Bühne! (Ein zweiter »Ring« wird nach dem Jahreswechsel, vom 2. bis zum 7. Januar, gegeben.) Mit »Rheingold« im Jahr 2006 machten wir uns, zusammen mit dem Regisseur Frank Hilbrich, auf den Weg. Vom Sog der »Ring«-Geschichte erfasst, gingen wir dann von Stück zu Stück gemeinsam weiter, und nun ist der Freiburger »Ring« rund. Alle Figuren in Wagners »Ring«-Drama, seien es Götter, Riesen, Zwerge oder Menschen, tragen schwer an ihrer Geschichte – vom Göttervater Wotan über die Wälsungen und Walküren bis hin zum Hoffnungsträger Siegfried. Was für Pläne die Personen auch immer schmieden, das Geschehene wird ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Die Jungen, denen die Alten ihre Pläne als Aufträge vererbt haben, scheitern an diesem Erbe. Über vier Abende hat Wagner diese Tragödie der Verstrickungen ausgebreitet. Und obwohl sie erst im letzten Teil, in der »Götterdämmerung«, ganz bei den Menschen ankommt, ist sie doch vor allem dies: ein zutiefst menschliches Drama.

Musikalische Leitung: Fabrice Bollon / Regie: Frank Hilbrich / Bühne: Volker Thiele

Kostüme: Gabriele Rupprecht / Dramaturgie: Dominica Volkert & Friedrich Sprondel

Mit: Nina Amon, Lini Gong, Jana Havranová, Sabine Hogrefe, Karen Job, Anja Jung, Sang Hee Kim, Kyoung Eun Lee, Jelena Milovic´, Sigrun Schell, Julia Thornton, Sally Wilson; Peteris Eglitis, Matthias Flohr, Roberto Gionfriddo, Gary Jankowski, Jin Seok Lee, Wolfgang Newerla, Sung-Keun Park, Neal Schwantes, Christian Voigt, Christoph Waltle, Vincent Wolfsteiner

Dauer der Pausen: Walküre & Siegfried jeweils 2 Pausen à 25 Min. / Götterdämmerung: 1. Pause 45 Min., 2. Pause 30 Min.

Tischreservierungen für die Pausen unter: Theaterkasse 201 2853 oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Vorträge zum RING:

DO. 23.9.10, 19.30 Uhr, Großes Haus

Musik und Geschlecht in Wagners »Ring«

Vortrag von Eva Rieger

In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Walthari

»Dass ich den ,Tristan‘ geschrieben, danke ich Ihnen aus tiefster Seele in alle Ewigkeit«, schrieb Richard Wagner an Mathilde Wesendonck. Das Autograph der »Walküre« ist übersät mit Widmungen an die Geliebte, und er verdankte ihr auch die Inspiration zu den »Meistersingern von Nürnberg«. Doch Wagners Bild von Mann und Frau speiste sich nicht nur aus realen Begegnungen, sondern auch aus zeitgenössischen Vorstellungen. Die dem männlichen oder weiblichen Charakter zugeteilten Eigenschaften wurden von ihm auch musikalisch umgesetzt. Damit tritt ein System der musikalischen Zuordnung hervor. Trotz des Auftretens auch starker Frauen, wie Brünnhilde, in dem gewaltigen »Ring des Nibelungen«, bleibt im gesamten Werk Richard Wagners ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis vorherrschend. Es zeigt sich aber auch, dass Wagner Vorstellungen von einer freien Welt entwickelte, in der sich – vielleicht sogar gegen den Willen ihres künstlerischen Schöpfers – auch Frauen wiederfinden können.

Eva Rieger, Professorin für Sozialgeschichte der Musik, widmet sich seit Jahren verstärkt dem Themenkreis »Frau und Musik«. Derzeit arbeitet sie an einer Biographie über Wagners rebellische Enkelin Friedelind.

SA. 25.9.10, 19.30 Uhr, Großes Haus

MYTHOS FAMILIE

Vortrag von Nike Wagner

In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Walthari

»Wer ihn besitzt, den zehre die Sorge, wer ihn nicht hat, den nage der Neid«. Der aufreibende Machtkampf um den Besitz des Rings des Nibelungen erzählt auch eine komplex verwobene Familiengeschichte über drei Generationen hinweg. Macht und Familie: Die bedingungslose Wucht dieser Allianz zeigt nicht zuletzt auch der dafür eigens geschaffene Uraufführungsort, das Festspielhaus Bayreuth, der als Sitz der »Firma« Bayreuther Festspiele seit seiner Gründung 1876 bis heute nach wie vor in Familienhand ist. Nike Wagner, Urenkelin von Richard und Tochter von Wieland Wagner, skizziert, ausgehend von einer allgemeinen, psychologisch-soziologischen Untersuchung des Phänomens »Familie«, ein vier Generationen umfassendes Gesamtbild des Wagner-Clans.

Die Kulturwissenschaftlerin Nike Wagner ist seit 2004 Künstlerische Leiterin von »pèlerinages«

Kunstfest Weimar.

JUBILÄUMS-Wochenende 8. – 10.10.10

Freitag, 8.10.10

STADT UND THEATER

16 Uhr, Haslacherstr. 17 (»Peter‘s Schlupfwinkel«)

Stadtreisen mit pvc Tanz

HASLACH – 2010 Premiere

17 Uhr, Großes Haus

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Engler

HEART OF THE CITY –
Fragen an das Stadttheater der Zukunft

19.30 Uhr, Großes Haus

Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt

DER BESUCH DER ALTEN DAME
Premiere

anschl. Geburtstagsparty in den Foyers

Samstag, 9.10.10

THEATER UND BIO-SCIENCES

15 Uhr, Winterer-Foyer

Podiumsgespräch

WOLLEN WIR UNENDLICH SEIN?

Mit Prof. Dr. Michael Decker (Institut für Technikfolgenabschätzung, Karlsruhe), Prof. Dr. Giovanni Maio (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Freiburg) Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage (Neurozentrum, Freiburg)

18 Uhr, Universität, Hörsaal Rundbau, Albertstr. 21

Sprachtomographie für ein maßloses Organ

MEIN PRÄHISTORISCHES HIRN Uraufführung

20 Uhr, Kleines Haus

Ein theatrales Zukunftslaboratorium

ALS WIR MENSCHEN WAREN Uraufführung

Die Vorstellungen »Mein prähistorisches Hirn« und »Als wir Menschen waren« können hintereinander mit einem Kombiticket besucht werden

22.30 Uhr, Kammerbühne

Performance mit Puppen und Menschen nach einem polnischen Science-Fiction-Film

SEXMISSION

anschl. Late-Night-Party in der Jackson Pollock Bar

Sonntag, 10.10.10

VILLA GLOBAL

11 Uhr, Großes Haus

Vortrag von Kiran Nagarkar

WHAT KIND OF FUTURE DO WE
WISH TO LIVE IN?

13 Uhr, Vorplatz und Eingangsfoyer Theater Freiburg

INTERNATIONALES
FREIBURGER SUPPENFEST

Veranstaltet von Südwind Freiburg e.V. in Kooperation mit den Internationalen Vereinen, unterstützt vom Büro für Migration und Integration der Stadt Freiburg

15 Uhr, Winterer-Foyer

Vortrag von Mark Terkessidis

INTERKULTUR IM

STADTTHEATER DER ZUKUNFT

16 Uhr, Theater Freiburg

VIER ATELIERS

Zum Thema interkulturelle Zusammenarbeit mit unseren Arbeitspartnern aus der Türkei, Israel, Argentinien und Indien

Atelier I

Interkultur als Aufgabe für die ganze Gesellschaft

Mark Terkessidis im Gespräch mit Kiran Nagarkar und Gästen von Südwind Freiburg e.V. / Moderation: Barbara Mundel / Winterer-Foyer

Atelier II

Realität & Fiktion, Politik & Postdramatik!

Über die Theaterarbeit der garajistanbul mit Minderheiten

Mit: Mustafa und Övül Avkiran, Selcuk Artut, Harun Ates¸ und Mihran Tomaysan

Moderation: Viola Hasselberg / Probebühne 1

Atelier III

Theaterarbeit in Israel

Mit: Avishai Milstein und Igal Avidan / Moderation: Josef Mackert / Werkraum

Atelier IV

Tanz als Vorbild interkultureller Zusammenarbeit

Mit: pvc Tanz Freiburg, Constanza Macras, Teresa Rotemberg

Moderation: Inga Schonlau / Malsaal

Abschlussgespräch

mit allen Atelier-Teilnehmern / 18 Uhr, Winterer-Foyer

17 Uhr, Kleines Haus

Tänze und Trommeln mit der Baobab Culture Troupe, Ghana

AKWAABA

19.30 Uhr, Großes Haus

Tanzstück von Constanza Macras

MEGALOPOLIS

Eine Produktion der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin und CONSTANZA MACRAS / DORKY PARK

»Megalopolis« wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz
aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

»Megalopolis« ist eine Koproduktion mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau und MESS Sarajevo

 

 
Letzte Aktualisierung ( Montag, 26. Juli 2010 )
 
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