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Geschrieben von Dieter Bub
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Mittwoch, 19. Mai 2010 |
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Klaus Maria Brandauer erzählt, spricht, flüstert, stöhnt, schreit auf, ist verzückt, besessen, erlöst- begleitet vom Deutschen Symphonieorchester in Berlin unter Ingo Metzmacher. Rezitation und Theater, fesselnde Darbietung ohne Kostüm und Maske. Zu erleben in großer Faszination - Max von Schillings "Das Hexenlied". Dieses Melodram gehört zum seltenen Genre von Rezitation und Musik. Es ist die Geschichte von Versuchung und Leidenschaft eines Mönchs, der Erlösung und Glück erst mit seinem Tod findet. Der Höhepunkt eines Konzerts in der Reihe"Versuchung", Mittelstück nach Franz Schrekers leidenschaftlichen"Vorspiel zu einem Drama" ursprünglich für die Oper"Die Gezeichneten" gedacht und vor Arnold Schönbergs "Pelleas und Melisande".
Es sind die Kompositionen von drei Zeitgenossen, bei denen der eine - Max von Schilling - den anderen ihren Erfolg und wie er meinte, Bevorzugung neidete. Als eilfertiger Gefolgsmann und Kulturfunktionär des Nationalsozialimus sorgte er für ihre Entlassung und ihren Ausschluß aus der Akademie, auch als Folge von Kränkung,Eitelkeit,Schwäche. Dennoch sind die drei Komponisten einander in ihren Werken verwandt. Ingo Metzmachers Entscheidung sie an einem Abend miteinander zu verbinden, war und ist spannend:
Seine ungewöhnlichen Programme sind eine Bereichung, spannendes Erlebnis - noch - für zwei Konzerte. Erst jetzt mögen manche begreifen, welchen Verlust sein Fortgang bedeutet.
Ein Höhepunkt seines Wirkens werden die Konzerte bei den Salzburger Festspielen sein.
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