 © Kasskara / Decca, www.klassikakzente.de Janine Jansen zählt zu den herausragenden Geigentalenten der neuen Musikjahrtausends. Seit das Mädchen aus dem holländischen Soest im Alter von vier Jahren begann, ihrer im Kirchenchor singenden Mutter nachzueifern, fand sie ebenso selbstverständlich wie systematisch den Weg zur Musik. Zur Geige wurde sie, nach anfänglicher Liebe zum Cello, durch ein Vorspiel bei der Musikpädagogin Coosje Wijzenbeek bekehrt, bei der die Sechsjährige bald regelmäßig Unterricht hatte. Da sie enormes Talent und noch dazu Ehrgeiz hatte, ging es schnell voran. Mit zehn Jahren stand Jansen zum erstenmal vor Publikum auf der Bühne. Ihr Lehrer am Utrechter Konservatorium Philipp Hirshhorn verhalf ihr zum Feinschliff interpretatorischer Detailarbeit, die sie noch bei Charles-André Linale ergänzte. Weiteren Unterricht erhielt sie von Boris Belkin, Menahem Pressler, Joshua Bell, Isaac Stern, Ana Chumachenco, Josef Gingold, Viktor Liberman und Mstislav Rostropovich. Im Jahr 1998 schloss sie ihr Studium am Konservatorium von Utrecht mit Auszeichnung ab.
Bereits 1997 debütierte Jansen am Amsterdamer Concertgebouw und mit dem Hague Residentie Orchester, im folgenden Jahr war sie im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie zum hören. 1999 wurde sie mit der Konzertreihe "Rising Stars" europaweit auf Tournee geschickt und konzertierte in Athen, Birmingham, Brüssel, Köln, Paris, Wien, schließlich auch in der Carnegie Hall. Im Frühjahr 2000 stand daraufhin eine Japantournee mit den Rotterdamer Philharmonikern unter der Leitung von Valery Gergiev an. Wenige Monate später gab sie ihr Debüt in Argentinien im renommierten Teatro Colón von Buenos Aires. Seit der Jahrtausendwende ist Jansen mit zahlreichen internationalen Spitzenensembles in den großen Sälen der Konzertwelt unterwegs. Sie spielt als Solistin unter anderem mit dem Concertgebouw-Kammerorchester, dem Sinfonieorchester des Niederländischen Rundfunks, dem Belgischen Staatsorchester, dem Philharmonischen Staatsorchester Brün, der Deutschen Kammerakademie Neuss, dem Flämischen Rundfunkorchester, I Fiamminghi, der Nieuw Sinfonietta Amsterdam, der Weimarer Staatskappelle, dem Residentie-Orchester Den Haag, den verschiedenenb Sektionen der BBC-Orchestern, dem City of Birmingham, der Santiago de Chile Symphony und dem Hallé Symphony Orchestra. In den USA war sie bereits mit dem San Fransisco Symphony Orchester, dem Cleveland Orchester und dem New Jersey State Orchester zu hören.
Zu den versierten Partnern ihrer Kammermusikauftritte gehören Yuri Bashmet, Mischa Maisky, Julian Rachlin, Itamar Golan, Kathryn Stott, Christian Poltéra, Menahem Pressler, Truls Mørk und Michaela Ursuleasa. Seit 2003 ist Janine Jansen exklusiv bei der Decca unter Vertrag. Mit ihrem ersten Solo-Album "Janine Jansen" hat sie sich als geschmackvolle Romantikerin in die Szene eingeführt. Die Auswahl reichte von Tschaikowskys "Danse Russe" über Saint-Saëns "Havanaise" bis hin zu Vaughan Williams "The Large Ascending" und John Williams Titelmelodie zu "Schindlers Liste". Maßgeblich war dabei vor allem die in den Werken angelegte Verbindung von Virtuosität und Intensität der Darstellung. Denn Jansen hat eine verblüffende Gabe, selbst atemberaubende Tonkaskaden der Romantik wie einen spontanen Gefühlsausbruch klingen zu lassen. Ihre Stradivai "Barrere" von 1727, die ihr früher bereits mehrfach und in diesem Fall speziell für die Aufnahme von der Stradivari Society of Chicago und dem Elise Mathilde Fund zur Verfügung gestellt wurde, wirkt daher wie ein warmes, volles Instrument mit strahlendem, tragendem Ton.
Mühelos verleiht es mit Jansens Hilfe den Interpretationen eine Brillanz, die selbst die Momente national-folkloristisch gefärbten Überschwangs etwa bei Tschaikowsky oder Khachaturian im Sinne musikalischer Euphorie umdeutet. Im September 2003 wurde Janson der Dutch Music Price überreicht und Juni 2004 bekam sie für ihr Debüt den Edison Classic Public Award verliehen. Als nächster Coup folgte eine eigenständige Interpretation von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" (2005), das Jansen für fünf Solostreicher sowie Cembalo, Orgel und Theorbe umarrangierte und das auf diese Weise eine ungewöhnlich kammermusikalische, intime Färbung bekam.
6/2005
Quelle: www.klassikakzente.de
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