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Don Pasquale - tragikomisch PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Montag, 8. Februar 2010

Don Pasquale ist ein bedauernswerter alter Mann – zur Narretei einer späten Heirat verführt, getäuscht, hintergangen, betrogen, beraubt, gedemütigt. Donizettis „Don Pasquale“ ist in der Neuinszenierung der Holländerin Jetske Mijnssen kein vergnüglicher Abend sondern eine tragikomische Geschichte, in der die Liebe, immer nur ein Vorwand, zugrunde gerichtet wird. Der Abend – wie immer an der Behrensstrasse in deutscher Sprache – offenbart die Hintergründigkeit des Werkes und macht Don Pasquale zu einer tragischen Titelfigur.

Die Geschichte wird schwungvoll burlesk erzählt – mit den köstlichen Verwandlungen Pasquales , der mit Infusionsflasche von Krankheit gezeichnet, den prunkvollen Sarg bereits bestellt, noch einmal Lebenskraft verspürt beschwingt tanzt und den es beim Anblick der schönen Norina zwischen den Stühlen geradezu umwirft – und Norina als Unschuld, Verführerin, in diesem Zusammenspiel aus Berechnung, Bosheit und Lust, ist ein hintertriebenes Weibsbild. Alle in dieser Deutung sind grob, geil, berechnend.

Damit treibt die Holländerin der Oper das Italienische aus, das Südländische, Leichte. Die Inszenierung wird so grob – und überdeutlich. Dafür sorgt auch das Bühnenbild – die Handlung spielt in einer Feierhalle mit aufgebahrtem Sarg, in dem man verschwinden und unter dem sich verstecken und kopulieren lässt – da darf das Ganze auch ordentlich wackeln.

Musikalisch ein gelungener Abend – das Orchester des Hauses unter Maurizio Barbacini temperamentvoll kräftig aufgelegt , herausragend und schon deshalb den Besuch wert Christiane Karg als Norina.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 1. Februar 2010 )
 
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