Ein bemerkenswertes unterhaltsames Stück über das alltägliche Leben, eine sehenswert ungewöhnliche Inszenierung und eine uneingeschränkt lobenswerte Ensembleleistung : mit dem neuen Stück „Diebe“von Dea Loher setzt das Deutsche Theater in Berlin unter Alexander Khuonseine Erfolgsgeschichte der ersten Spielzeit – mit ein paar Ausrutschern -fort. Hier findet sich ein neues Ensemble und fühlt sich zunehmend wohl.
„Diebe“ , das sind Szenen von Menschen auf der Suche nach sich selbst, nach den anderen, nach ihren verlorenen Illusionen, nach ihrer Vergangenheit, die einsam sind, vereinsamen, schließlich ohne Hoffnung , am Ende oder wird doch für die einen Neues folgen, Aussichten….vielleicht für die Frau mit dem magnetischen Finger, für die Schwangere, den Alten aus dem Senioren-Sterbehaus. Anfangs scheinbar zufällig sind ihre Geschichten doch schicksalhaft miteinander verwoben. Dea Loher spinnt die Fäden mühelos und Andreas Kriegenburg fügt das Ganze aufdrehenden vertikalen Spielflächen zusammen, immer neue Begegnungen von einer Gruppe, deren Gespräche und Monologe zwischen Komik,Groteske und Tragik wechseln.
Wer den Vergleich mit den Stücken vonBotho Strauss bemüht , irrt - Botho Strauß war und ist der distanzierte kühle Beobachter hochnäsiger Neubürgerlichkeit , Dea Loher nimmt Anteil am Leben einfacher Leute, die gerne ein Stück mehr vom Leben haben möchten und sie ist in ihrer sprachlichen Virtuosität gewandter, attraktiver, anpassungsfähiger, variabler.
„Diebe“ im Deutschen Theater in Berlin : Ovationen für jede Aufführung !
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 11. Februar 2010 )