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Roncalli Show oder Zirkus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Mittwoch, 30. Dezember 2009

Geschrieben von Zuzka Schlag

Das Wort „Zirkus“ weckt Erinnerungen an Geruch von Sägespäne, an Clowns mit roten Nasen und überdimensionalen Schuhen, an elegante Tanzschritte der Pferde, an angehaltenen Atem, an einen kräftigen Tusch...

Roncalli Weihnachtszirkus bietet hohe sportliche, tänzerische und gymnastische Leistung wie man sie bei einer Revue in Friedrichstadtpalast erwarten würde, aber keinen Zirkuserlebnis, welches aus der Kindheit im Gedächtnis haften blieb.

Das Ambiente in Form eines Kammersaales, die Diener im Livree, die mit Teppich ausgelegte von den VIP-Logen eingeengte Manege und nicht zuletzt die Brezel-Verkäufer sowie die unvermeidlichen Ansagen, in der Dunkelheit vor dem Beginn, über das Verletzen der diversen Urheberrechte verliehen einem das Gefühl eines Konzertbesuches.

Die 8-Mann-Roncalli-Royal-Orchestra verstand sich leider überhaupt nicht mit dem Begleiten eines Kunststückes. Die Rocker in Uniform der Dienerschaft boten dem Publikum keine Momente der Steigerung, Spannung oder Überraschung. Unter den lauten Tönen verschiedenster Hits im Technomantel konnte man viele Auftritte mit einem Tanzwettbewerb oder einer Trainingstunde verwechseln.

Das Unglauben und traurige Kopfschütteln trat auch zum Vorschein, als Schauspieler in Nilpferd- und Eisbär-Kostümen die Bühne betraten. Plötzlich befanden sich die Zuschauer bei einer Holiday on Ice – Vorstellung.

Einen Exkurs auf die Bretter, die die Welt bedeuten, haben uns der Rote Harlekin und der Weißclown geboten. Ihre Darbietungen verfügten über einen sehr hohen Maß an künstlerischen Elementen. Einen Maß, der die Akrobatik und Komik in den Hintergrund treten ließ.

Die Akrobatik und Unterhaltung im warsten Sinne des Wortes Zirkus

repräsentierten das Luftballett an Seidentüchern mit schwierigen Balanceakten (Shenyang-Acrobatic-Troupe), die spektakuläre Handstanddarbietung und faszinierende Körperkunst des Muskelmannes (Encho Keryazov) sowie Verbiegekünste des Mannes mit den Gelenken aus Gummi (Andrey Romanovski).

Resümee: Haben Sie Lust auf eine Show, besuchen Sie Roncalli, haben Sie Lust auf Zirkus, unterlassen  Sie es. Sie werden den Zirkusdirektor, das Trapez und andere schöne Zirkuserinnerungen vermissen.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 7. Februar 2010 )
 
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