Dieser "Lear" ist der Glanzpunkt in der Berliner Opernszene dieser Saison- ein umjubelter Abend für das bedeutende und schwierige Werk Aribert Reimanns, das vor einen Vierteljahrhundert uraufgeführt nur selten in den Spielplänen zu finden ist. In der Komischen Oper hat Hans Neuenfels eine starke, eindrucksvolle Inszenierung präsentiert. Zwischen und vor variablen beleuchteten Trennwänden mit einem Minimum an Requisiten ,(Hans-Jörg Hartung) sparsamen aber doch gut gewählten Charakter - Kostümen ( Elina Schnizler ) agiert ein spielstarkes , sängerisch hoch qualifiziertes Ensemble. In der Titelpartie Tomas Tomasson, ein zunächst noch überaus rüstiger König, stimmlich überragend. Das Trio der drei Töchter mit Irmgard Vilsmaier als Goneril und Erika Roos als Regan schwergewichtig, machtvoll und Caroline Melzer schlank und sensibel besetzt. Dazu eindrucksvoll Martin Wölfel als Edgar und Jens Larsen als blinder Gloster. Elisabeth Trissenar schließlich beeindruckend als Narr und Tod. Das Orchester unter Carl St.Clair folgt dem vielschichtig kompliziertem Werk einfühlsam, ausdrucksstark:
Wenn sich Oper in Berlin derzeit lohnt - dann ist es diese "Lear"-Inszenierung !