spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
Home
Hamlet als Oper PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Montag, 22. Juni 2009

Hamlet - zum ersten Mal für die Opernbühne komponiert Christian Jost ging das Wagnis ein , mit Erfolg - ihm gelang eindrucksvolles Musiktheater, hörenswert und sehenswert an der Komischen Oper in Berlin. Der Composer in Residence entwirft in zwölf Tableaus eine emotional vielschichtig atonale Musik mit kontrastreichem unvermitteltem Wechsel von mächtigen Szenarien der Zerissenheit, der Verzweiflung und des Untergangs zu kammermusikalischen Sequenzen bis zu Brüchen des Sprechgesangs. Er entwickelt Szenen, die den Seelenzustand des Zerissenen, Verzweifelten, Hofflungslosen beschreiben, Hamlet mit dem Auftrag der Rache, der Klarheit fordert und Tod bringen muss - am Ende einsam. Der Geist des Vaters erscheint ihm in sechsfacher schwarzer Gestalt, der Chor - auch er ganz in Schwarz -mahnend und bedrohlich aus der Tiefe. Musikalisch in der Titelrolle mit der Mezzosopranistin Stella Doufexis herausragend besetzt, auch sonst beachtlich als Ensembleleistung, der Chor als Begleiter und Widerpart zum Geschehen und das Orchester unter Carl St.Clair bemerkenswert bei dieser heraus fordernden Aufgabe. Andreas Homoki inszeniert in einem , wie es heißt, asketischem Raum von Wolfgang Gussman - eine Wendeltreppe zwischen Finsternis und Himmel, darüber eine Spielfläche, die schwenkbar, nach oben und unten absenkbar Aktionsraum auf verschiedenen Ebenen bietet. Alles in grellem Weiß - so wie die Sänger irritierend in diesem Weiß, hinter dem sich Unschuld und Schuld, Wahn und Mord verbergen. Dabei wirkt ist dieser scheinbar zeitlose Raum dann doch zu steril und wirkt wie von Designerhand gestylt. Ein bewusster Kontrast zur Musik und zum Geschehen, das eher zeichenhaft reduziert wird, damit aber die darstellerischen Leistungen der Akteure fordert - eine Aufgabe, die sie alle eindrucksvoll erfüllen.
Insgesamt : Eine bemerkenswert gelungene Komposition, eine spannende Uraufführung, eine wahrhafte Bereicherung nicht nur für das Berliner Opernangebot.

 

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Juni 2009 )
 
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB