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Jahresvorschau des DSO-Berlin 2009/2010 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Dienstag, 9. Juni 2009

In seiner dritten Spielzeit mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin setzt Ingo Metzmacher neue programmatische Akzente.

 

Im Zentrum der Spielzeit steht die Versuchung.
In all Ihren Schattierungen und Spielarten lockt sie mit Tabubruch, verheißt Genüsse, erweckt die Sehnsucht nach Unerreichbarem und Unerhörtem, führt gleichzeitig in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und der Menschheitsgeschichte: Versuchung ist Triebkraft und Topos der Künste zugleich. In sechs Konzertprogrammen wird sie als Themenabonnement von verschiedenen Seiten beleuchtet. Ihr musikalischer Meister war Alban Berg. Wie kaum ein anderer hat er das »Triebleben der Klänge« erforscht, hat seiner Musik Zeichen sehnlichster Wünsche eingeschrieben. Mit einem Konzertprogramm, das Bergs Werken allein gewidmet ist, eröffnet Ingo Metzmacher zusammen mit der weltweit geschätzten Sopranistin Christina Schäfer am 5.10. die Themenreihe. Versuchung äußert sich in den rauschhaft-verführerischen Qualitäten des des Tanzes, der mitunter schwerelos dahinfliegend, mitunter nahe am Abgrund daherkommt. Charles Dutoit präsentiert Musik, die von diesen Spannungen weiß. Er dirigiert am 19./20.11. Kompositionen von Carl Marie von Weber, Serge Rachmaninoff, Maurice Ravel und Robert Schumann. Solistin ist Martha Argerich. Richard Strauss’ Fassung von Oscar Wildes >Salome< steht im Zentrum eines Programms mit Sopranistin Nina Stemme. Werke von Debussy und Hindemith sind ihr gegenübergestellt (15.12.). Darin scheitert des Teufels Instrument der Versuchung, hingegen in Schumanns „Faust“-Szenen lockt Mephisto erfolgreich mit Allwissen und Lustgewinn zugleich. Ingo Metzmacher bringt sie mit einer erstklassigen Solistenriege, angeführt von Christian Gerhaher, Camila Nylund und Georg Zeppenfeld, zur Aufführung (26./27.2.). Elysisches verführt in der Musik von Franz Schreker und Arnold Schönberg; den dunklen Verlockungen der Nazi-Macht erlag wiederum Max von Schillings. Klaus Maria Brandauer ist Sprecher in Schillings’ >Hexenlied< in einem Programm unter Leitung von Ingo Metzmacher (18.5.). Die Sehnsucht nach fernen Welten und Ewigkeit erglänzt am Ende der Saison in der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Claude Vivier (31.5./1.6.)

 

Das Thema >Versuchung< berühren auch ausgewählte Kammerkonzerte. Sie finden neben dem Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek im Kunsthaus Tacheles statt, dessen Theatersaal sich in der vergangenen Saison als zweiter Spielort der DSO-Kammermusik etablieren konnte. In insgesamt sieben Konzerten werden unterschiedlich Ensembles die intime Kunst der Kammermusik mit gewohnt großer Leidenschaft pflegen.

 

Das DSO besitzt seit je ein Talent, neue Spielorte, Präsentationsformen und Musikwerke für sich zu entdecken – so auch in der Spielzeit 2009/2010. Im Kino Babylon in Berlin Mitte begleitet das Orchester mit Ingo Metzmacher Ernst Lubitschs Stummfilm >So This is Paris< (26.5.) im Rahmen eines Filmfestivals zum Thema >Versuchung<, das vom 20.-30. Mai 2010 in KooperJahation mit dem DSO stattfinden wird.

 

In ihre mittlerweile dritte Spielzeit gehen die Casual Concerts. Das durch Ingo Metzmacher zu seinem Amtsantritt eingeführte und seitdem mit überwältigender Resonanz angenommene Konzertformat des DSO steht wieder zu drei Terminen auf dem Spielplan (6.10./16.12./19.5.). Die Konzerte leben durch ihre angenehm zwanglose Atmosphäre: Es gibt einen Einheitspreis, dazu freie Platzwahl, und sowohl Publikum als auch Musiker erscheinen in legerer Garderobe – zudem beginnen die Konzertabende ein wenig später als gewohnt, um 20.30 Uhr.

Die Casual Concerts dirigiert und moderiert Ingo Metzmacher auch in Zukunft weiter – spannende Einführungen in bekannte und unbekannte Werke.

 
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