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Der Vetter aus Dingsda PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Montag, 4. Mai 2009

Dieser Vetter aus Dingsda ist angenehme Unterhaltung, leichte Kost, Vergnügen für alle, die keine Experimente erwarten. Eduard Künnekes Operette aus dem Berlin der zwanziger Jahre wird mit geschickten Kunstgriffen in die Gegenwart übertragen, auf eine Penthouse-Terasse mit Fahrstühlen in die Tiefe aus denen die Akteure auftauchen und mit Bollywood - Projektionen, Hinweise auf das Traumland der Liebe, dem Julia erliegt, denn dort in der Ferne, in Batavia, lebt der Angebetete Roderich, dem sich das Mädchen vor sieben Jahren versprochen hat. Künnekes Verwechslungskomödie wird in der Regie von Cordula Däuper brav nacherzählt, ohne Brechnungen. Das Ganze spielt heute - Julia aber verfasst mit ungelenker Schrift Postkarten weiß andererseits sehr wohl mit der Fernbedienung Mond und Liebesszenen auf die Projektionsfläche zu holen. Die Konflikte , die in der Operette verborgen sind werden nicht aisgespielt- ein Onkel will sein Mündel gewinnbringend verheiraten, um so auch weiter vom Vermögen profitieren zu können und die Freundin Hannchen träumt von einem Mann, der gut aussehend und vor allem reich sein soll. Als er erscheint und vom Himmel schwebt  wirft
sie sich dem Unbekannten an den Hals. Die Regisseurin erklärt :"Der Vetter aus Digsda ist wie Bollywood ohne happy end." Davon ist nichts
zu spüren. Nach einer problematischen "Fledermaus" im eigenen Hause und der katastrophalen "Lustigen Witwe" an der Staatsoper wollte man
offenbar nichts riskieren. Das wird vielen Zuschauern gefallen. Trotz erheblicher Längen im ersten Teil war das Premierenpublikum juchzend zufrieden - vor allem auch mit guter Besetzung und einem Orchester der Komischen Oper, das unter Patrick  Lange prächtig aufspielte.

 
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