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Marie Victoire PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Freitag, 17. April 2009

Eine Entdeckung und ein eindrucksvoller Abend : Ottorino Respighis Oper "Marie Victoire" ist eine der Entdeckungen von Kirsten Harms an der Deutschen Oper in Berlin und in der Inszenierung von Johannes Schaaf eine spannende Geschichte über das Leben in den Zeiten der Revolution. 1914 geschrieben aber erst 2004 in Rom uraufgeführt, stand das Werk immer im Schatten Puccinis und wurde mit den berühmten Orchesterstücken seiner römischen Trilogie verglichen.
Kritiker bemängeln Schwächen der Komposition, übersehen dabei , daß mit "Marie Victoire" dennoch ein musikalisch doch dramatisch spannendes Werk vorliegt, dessen Reiz in Kontrasten und Brüchen liegt.
Es ist die Geschichte von Adligen und einfachen Leuten, die von unterschiedlicher politischer Gesinnung versuchen zu überleben und ihren Kopf zu retten - und die dennoch in den Strudel der Geschehnisse hineingerissen werden, die denunziert und verhaftet werden, die mit falschen Bekenntnissen gegen ihre Überzeugung davonzukommen versuchen. Oder die angesichts der drohenden Hinrichtung noch einmal ausschweifend leben und genießen wollen. Und es ist dabei eine allgemein gültige Geschichte, die sich bis heute immer und überall wiederholt.
Im Zentrum der Handlung die Liebe des Marquise de Lanjallay und seiner Frau Marie, die ihren Mann tot glaubt sich in der Nacht vor ihrer Hinrichtung wie gelähmt und todesmüde einem Verführer hingibt. Die Aufführung ist glänzend besetzt - in der Titelpartie umjubelt Takesha Meshe Kizat - das Orchester unter Michael Jurowski auch hier wieder einmal ausgezeichnet , nicht minder der Chor der Deutschen Oper. Damit vier Stunden sehens - und hörenswertes Musiktheater.

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. April 2009 )
 
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