|
Dieses Buch ist eine große Überraschung, eine spannende Lektüre und zugleich Anregung für viele, die sich ein Ziel gesetzt haben. Wer von Oliver Kahns "Ich" eine übliche Biografie erwartet , wird enttäuscht. Hier gibt es keinen chronologischen Lebensablauf eines Erfolgreichen wohl aber die Darstellung eines Weges nach oben - trotz aller Niederlagen und Hindernisse. Dabei übeprüft sich Kahn immer selbst, fragt nach, erkundet sich selbst und erklärt - so der Untertitel : Erfolg kommt von innen. Es geht in diesem Buch darum, wie einer, der uns allen bekannt ist, sein Leben eingerichtet und sich auf Erfolg programmiert hat. Und das unter ständiger Beobachtung, nahezu immer von Kameras, Sport - und Boulevardjournalisten begleitet - jedes Wort, jede Geste, jede private Unternehmung beobachtet, kommentiert und interpretiert. Wir lernen dabei einen klugen, belesenen , nachdenklichen Mann kennen, der gleichermaßen zum "Titan" erklärt und als "Versager" beschimpft wurde - und der trotz aller Schwierigkeiten oft Größe bewiesen hat. Er geht in diesem Buch selbst mit seinen Widersachern fair um - und weiß, daß er seinen Erfolg ohne andere nicht erreicht hätte. Befremdlich sind einzig die in einem grünbeige eingefassten Quick - Checks mit Hinweisen zur eigenen Konditionierung : "Richten Sie sich ihre eigene Abteilung, Forschung und Entwicklung ein ! Oder : Der Körper kummuniziert mit seiner Umgebung - ob wir es wollen oder nicht ! Solche Anmerkungen sind plakativ und erinnern sehr an die Lebens - Erfolgs - Ratgeber, die als Massenware zu haben sind.
Fazit : "Ich" ist eine spannende Lektüre, nicht nur für Fußball - und Kahn - Fans, immer gut formuliert. Ein Buch für alle, die Erfolg haben oder Erfolg haben wollen , ein Buch aber auch über Niederlagen und über das Leben neben dem Sieg.
Auch wenn Oliver Kahn die größte Demütigung seiner Laufbahn mit Anstand hingenommen und überwunden hat, ihm ist durch Jürgen Klinsmann eine völlig unverständliche Schmach zugefügt worden (weil der eine das andere Alphatier neben sich nicht dulden konnte?), Kahn war eindeutig die Nummer eins im deutschen Tor und wäre sowohl bei der Weltmeisterschaft als auch bei der Europermeisterschaft der einzig Richtige gewesen. Doch das war gestern. Oliver Kahn ist frei und wird nun anderen auf ihrem Weg helfen.
|