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Der neue "Fliegende Holländer" an der Deutschen Oper in Berlin ist bemerkenswert - ungewöhnlich. Musikalisch präsentieren sich Orchester, Chor und das Ensemble nach dem desaströsen Freischütz und dem anschließenden Abschied des Chedirigenten Renato Palumbo mit Braunfels "Jeanne d´Arc" wiederum eindrucksvoll.
Die Inszernierung ist ein ungerwöhnliches Experiment, die Kopfgeburt der jungen Regisseurin Tatjana Gurbaca, die meint, eine Idee allein genüge, um dieser Geschichte des Rastlosen mit seinem Schiff der toten Seelen eine neue Intetpretation geben zu können. Sie verlegt die Handlung in einen Börsensaal mit mächtiger Weltkugel, um die sich das hektische Finanzwesen abspielt - Herumgerenne und Papiergeflatter der Akteure, Monitor - Geflimmer Sentas Vater ein Finantraffke, der seine Tochter geldgeil an den Fremden verhökert. Der zweite und dritte Akt in einem Friseursalon, in dem die Spinnrädchen surren sollen und aus dem die herausgeputzten Frauen an den Herd stürzen. Zum Schluß bringt Senta sich und Erik gleich mit um - inmitten einer großen Menschenmenge, die nicht weiß wohin.
Was uns die Regisseurin sagen will, erfahren wir im Begleitheft : der Holländer als Inbegriff des Bösen, rastlos unterwegs, rücksichtsloser Globalisierer - der wenn schon gegenwärtig nicht mit dem Schiff sondern mit dem Jet unterwegs sein sollte. Alles wird dem Mammon untergeordnet - menschliche Werte zählen nicht mehr, die Erde ist dem Untergang geweiht. Es gibt weder Meer, noch schroffe Küste, nicht Hafen und nicht Sturmgebraus. Wird davon gesungen schließt der Zuschauer besser die Augen und wird zum Zuhörer. So aber sollte Musiktheater doch nicht funktionieren. Niemand erwartet pathetisch - romantischen Kitsch, dies aber ist eine völlig andere Geschichte, sie hat mit der Oper von Richard Wagner nichts mehr zu tun - und sie hat noch einen ärgerlichen Nebeneffekt - sie langweilt !
So wird "Der fliegende Holländer" entwurzelt und reiht sich ein in die gescheiterten ärgerlichen Versuche um jeden Preis Auffälliges präsentieren zu wollen : "Der Traumgörge" in einem leeren Betonkaufhaus, eine Operette, in der am Südpol ins Maxim eingeladen wird, eine Turandot , die in einer Hochhauswohnung endet. Das Intendanten bei solch teuren mißratenen Experimenten nicht rechtzeitig eingreifen bleibt unverständlich. In diesem Fall ist es schade, daß die eindrucksvolle Inszenierung von Götz Friedrich so sang - und klanglos verschwunden ist.   
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